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NWZonline.de Region Wesermarsch

Hunde machen Jagd auf Schafe in der Wesermarsch

17.04.2015

Wesermarsch Der Schäfer Fred Wachsmuth aus Moorhausen nimmt kein Blatt vor den Mund. Er prangert das Verhalten von Hundebesitzern an, die auch während der Brut- und Setzzeit vom 1. April bis zum 15. Juli mit ihren nicht angeleinten Tieren durch Naturschutzgebiete spazieren. Was ihn dabei weiter erzürnt: Auch auf den Deichen und Weiden streifen Hunde umher, mit fatalen Folgen für die Schafherden.

Fred Wachsmuth steht zusammen mit Burchard Wulff, dem Vorsteher des II. Oldenburgischen Deichbandes, mit dem Elsflether Tierarzt Holger Klukas und mit dem Leiter des Deichband-Bauhofes, Fritz-Harald Strodthoff-Schneider, auf dem Wulfsdeich beim Moorhauser Polder. An einem Gatter und einem Tor sind jetzt deutlich sichtbar Warnschilder angebracht worden. Das eine weist auf den Deichschutzbereich hin, das andere Schild macht unmissverständlich klar, dass Hunde in diesem Bereich nichts zu suchen haben.

Und das tut not: „Über Ostern war es wieder besonders schlimm“, erinnert sich Fred Wachsmuth an mehrere Zwischenfälle. An einem Tag sei er gleich fünfmal losgefahren, um nach seinen Schafen zu sehen, weil sich Spaziergänger nicht an die Vorschriften gehalten hätten. „Wenn Hunde Schafe treiben, führt das zu Stress in der Herde. Lämmer werden von Mutterschafen getrennt, trächtige Tiere haben danach oft Fehlgeburten“, schildert Fred Wachsmuth, der 600 Mutterschafe hält, die Auswirkungen.

Hunde würden auch Schafe reißen, erzählt Fred Wachsmuth weiter. Lämmer, die ihre Muttertiere nicht mehr finden würden, seien dem Tode geweiht. Auch wenn er sie auf der Weide finden würde, mit der Flasche könnten die Lämmer meist nicht mehr aufgezogen werden. „Die Tiere nehmen keine Pulle mehr an“, sagt der Schafzüchter.

Hunde auf dem Deich seien zunehmend ein Problem, stellt Burchard Wulff fest. Das gelte für den gesamten Bereich des II. Oldenburgischen Deichbandes mit seinen 142 Kilometern, für den er verantwortlich sei. Nach den Worten von Fritz-Harald Strodthoff-Schneider gibt es in der Wesermarsch zehn Deichschäfereien mit zusammen etwa 15000 Schafen. „Das ist aktiver Küstenschutz“, ergänzt Burchard Wulff. Die Schafe, auch Trippelwalzen genannt, schützten die Bevölkerung vor dem Wasser – im übertragenen Sinne.

Der Deichvorsteher weist auf einen weiteren Faktor hin. Er spricht von wirtschaftlichen Schäden, die Schafzüchtern zugefügt werden, und von der Arbeit der Züchter, die man zerstören würde.

Die vier Männer gehen mit Hundehaltern hart ins Gericht: Diese würden fremdes Gebiet betreten und müssten sich entsprechend verhalten, betont Holger Klukas. Doch die Halter seien oft uneinsichtig, wenn sie auf ihr Fehlverhalten angesprochen würden. Mit den Schildern sollen die Hundehalter und Spaziergänger jetzt sensibilisiert werden. Man hofft auf deren Verständnis.

Ulrich Schlüter
Elsfleth
Redaktion Brake
Tel:
04401 9988 2320

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