Iggewarden - „Friesentag – Spiel, Spaß, tolle Preise, Bauernmarkt, Musik, Grilltag“. Das war auf einem Schild unweit von Hof Iggewarden zu lesen. Alles hätte nach den arbeitsintensiven Vorbereitungen so schön werden können, wenn auch das Wetter bereits am Vormittag mitgespielt hätte. Wer kann schon ahnen, dass der Sommermonat August mit so viel Regen durchstartet? Doch das Organisationsteam um Albert Mumme, Anja Thieling, Gerd Borchardt, Reinhard Evers und Melanie Schmidt nahm es sportlich nach dem Motto „Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur falsche Kleidung“. Auch viele Einheimische und Urlauber ließen sich vom Wetter nicht abschrecken. Die meisten verschoben ihren Besuch allerdings auf den regenfreien und zeitweise sonnigen Nachmittag.
Die Parkplätze in der Nähe des Hofes waren schnell belegt. Die abgestellten Autos kamen nicht nur aus der Wesermarsch, sondern zum Beispiel auch aus Frankfurt, Darmstadt und Dortmund. Damit die Gäste ihr Mittagessen im Trockenen genießen konnten, hatte der Gastronom Reinhard Evers kurzerhand den Saal geöffnet.
Fünf Disziplinen
Wasserballonwerfen, Eierlauf, Slalomlauf, Friesengolf und Bogenschießen waren die fünf Disziplinen, die am Sonntag bei dem Jux-Wettkampf auf dem Programm standen. Anders als bei dem schottisch-friesischen Mehrkampf, der wegen der Corona-Pandemie auch in diesem Jahr ausfallen musste, traten die Teilnehmer einzeln und nicht in Kleingruppen an. Jeder konnte sich am Ende über einen Sachpreis freuen, denn Anja Thieling war es wieder gelungen, viele Sponsoren zu gewinnen.
Erstaunlich auch, dass keiner der Schausteller trotz der schlechten Wettervorhersage abgesagt hatte. Dadurch konnten die Besucher in aller Ruhe an den Ständen mit selbst hergestellten Besen, Seilen und Körben, in Handarbeit angefertigten Kleidungsstücken, genähten Kissen und regionalen Delikatessen vorbeischlendern. Die Mädchen der Nordenhamer Jugend- und Kindertanzgruppe Grazia unter der Leitung von Olga Deutsch führten verschiedene Tänze auf. Sie ließen sich nicht durch die Pfützen irritieren und erhielten viel Beifall. Applaus gab es ebenso für die musikalischen Darbietungen des Butjenter Speelwarks. „Wir versuchen einfach, das Beste aus der Situation zu machen“, sagte Albert Mumme mit Blick auf die tief hängenden Regenwolken.
Spontane Versteigerung
Gut kam bei den Besuchern zudem die amerikanische Versteigerung an, die eigentlich gar nicht geplant war und spontan ins Programm aufgenommen wurde. Zu ersteigern gab es ein Bild des Brakers Dieter Hashagen. Dabei wurden 158 Euro erzielt, die Flutopfern in der Eifel zugute kommen sollen. Die Betreiber der Trimser Mühle – das ist eine Reitschule im Naturschutzgebiet Nettetal – hatten bei dem Unwetter massive Schäden am Stall und am Wohnhaus hinnehmen müssen. Die Aufräum- und Reparaturarbeiten laufen auf Hochtouren. Vor diesem Hintergrund wurden die Besucher auch gebeten, Spenden in die dafür aufgestellten Dosen zu werfen.
