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NWZonline.de Region Wesermarsch

Schafe schubsen rettet Leben

17.04.2019

Im Nordwesten Es klingt lustig, hat aber einen ernsten Hintergrund: Im Internet kursieren zu dieser Jahreszeit Aufforderungen zum Schafe-Schubsen. Was sich vielleicht wie eine vermeintlich neue Ostfriesen-Sportart anhört, kann für die Tiere lebensrettend sein, wenn sie nämlich auf dem Rücken liegen und nicht wieder alleine auf die Beine kommen.

Dass die Tiere in die gefährliche Rückenlage geraten, komme immer wieder mal vor, berichtet Anke Plümer, die gemeinsam mit ihrem Mann Harald die Deichschäferei Feldhausen in Butjadingen (Wesermarsch) betreibt. Bei ihren rund 500 Mutterschafen gebe es etwa einen Fall pro Woche, bei dem ein Tier Hilfe benötige. Da die 13 Kilometer Deich täglich kontrolliert werden, könnten aber alle Schafe gerettet werden, sagt Plümer. Ein paar Stunden könne ein Schaf in der Rückenlage aushalten.

Aber wie kommt es, dass die Tiere in die bedrohliche Lage geraten? Im Frühjahr tragen viele Tiere zuchtbedingt dickes Fell. „Wenn es darunter dann bei Sonne juckt, wollen die Tiere sich am Rücken scheuern. Da auf dem Deich keine Bäume stehen, wälzen sie sich auf dem Boden“, sagt Plümer. Manche Schafe würden sich sogar über den Rücken den Deich hinunterrollen lassen. Das sei eine ganz natürliche Reaktion des Schafes. Dass ein Tier bei seinem Juckversuch nicht wieder auf die Beine komme, sei aber sehr selten und sollte nicht dramatisiert werden, erklärt Plümer. Trotzdem weisen die Deichschäfer aus Feldhausen ihre Besucher bei den wöchentlichen Führungen auf ihrem Hof darauf hin, dass sie den Tieren im Falle eines Falles durch einen Schubs helfen oder schnellstmöglich die Schäfer informieren sollten.

Deutlich seltener hat Schäfer Koert Nijboer aus Wildeshausen mit dem Problem zu tun. Einmal alle zwei Jahre liege bei seinen 240 Tieren eins auf dem Rücken, dann aber nicht wegen einer misslungenen Juckreizstillung, sondern weil es etwa in eine Kuhle gerollt sei. Nijboer stellt klar: Dass Schafe auf dem Rücken landen, hängt von der Rasse ab. Er selbst züchtet alte Rassen, die sehr genügsam seien und vor allem zur Flächenpflege eingesetzt werden. Gefährdet seien vor allem die modernen Rassen, die auf Fleisch gezüchtet werden.

Doch wie bekomme ich ein Schaf bewegt, das alle Viere in den Himmel streckt? Schubsen hört sich einfach an, dürfte manchen Spaziergänger aber doch Überwindung kosten. „Man muss sich seitlich neben das Tier stellen, in die Wolle greifen und das Tier auf die Seite drehen, damit es auf die Beine kommt“, beschreibt Anke Plümer. Am Deich könne man dabei gut das Gefälle nutzen.

Koert Nijboer weist darauf hin: Schafe seien grundsätzlich ängstlich. Um ihnen zusätzlichen Schrecken zu ersparen, sollten Hundebesitzer ihre Tiere besser nicht mit zu dem Rettungseinsatz auf die Weide nehmen. Außerdem sei zu beachten, dass die Zäune von Schafhaltern oft unter Strom stehen. Der Stromschlag sei nicht gefährlich, verursache aber mitunter einen Schreck.

Wer also auf seinem Osterspaziergang ein Schaf in Notlage erblickt, sollte beherzt zur Tat schreiten. „Dann hat er ein gutes Werk getan und ein Leben gerettet“, sagt Anke Plümer.

Irmela Herold Redakteurin / Online-Redaktion
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