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Technologiezentrum Nordenham Hier beginnt die digitale Zukunft

Die Maschinenbau-Studenten Jannik Brauer, Noah Lüdemann, Justin Albeck und Tristan Reim (von links) unterstützen Geschäftsführer Dieter Sichau bei der Einrichtung des digitalen Lernorts. Im Vordergrund ist der neu angeschaffte Roboter zu sehen.

Die Maschinenbau-Studenten Jannik Brauer, Noah Lüdemann, Justin Albeck und Tristan Reim (von links) unterstützen Geschäftsführer Dieter Sichau bei der Einrichtung des digitalen Lernorts. Im Vordergrund ist der neu angeschaffte Roboter zu sehen.

Norbert Hartfil

Einswarden - Ein leises Brummen begleitet die immer gleichen Bewegungsabläufe. Der Schwenkarm des Roboters erledigt zuverlässig die Aufgaben, die er von den Maschinenbau-Studenten zugewiesen bekommen hat. Ein paar Meter weiter surrt ein 3-D-Drucker vor sich hin. Das Gerät fertigt Plastik-Chips in Form des Logos an, mit dem das Technologiezentrum Nordenham für sich wirbt. Geschäftsführer Dieter Sichau beobachtet die automatisierten Vorgänge und ist zufrieden mit den Fortschritten.

Kreativ-Labor

Das neue Kreativ-Labor im zweiten Obergeschoss befindet sich zwar noch im Aufbau, aber der Großteil der Ausstattung steht bereits zur Verfügung und ist betriebsbereit. Um die Installation und Programmierung der Geräte kümmern sich vier angehende Ingenieure. Jannik Brauer, Noah Lüdemann, Justin Albeck und Tristan Reim absolvieren im benachbarten Airbus-Werk ein Duales Studium im Maschinenbau. Nebenbei helfen sie bei der Einrichtung des digitalen Lernorts mit, der Anfang nächsten Jahres im Technologiezentrum an den Start gehen soll.

Neben dem Universal-Roboter auf Industrietechnik-Niveau und den vier 3-D-Druckern sind unter anderem fünfzehn Laptops, zwei große Smart-Boards sowie Baukästen mit Lego- und Fischertechnik für verschiedene Altersgruppen angeschafft worden. Neu ist auch die Möblierung mit Tischen und Stühlen für etwa 25 Arbeitsplätze. Möglich gemacht hat das unter anderem ein Förderprogramm des Landes Niedersachsen. Mit den Zuwendungen aus dem Topf für „Zukunftsräume“ werden Einrichtungen unterstützt, die digitales Wissen sowie naturwissenschaftliche und technische Kompetenzen generationsübergreifend vermitteln.

Für Technik begeistern

Der inzwischen fast fertige Lernort in dem Gebäude an der Werftstraße ist vor allem für Schülerinnen und Schüler bestimmt. Ziel ist, junge Menschen für Technik zu begeistern und sie dabei praxisnah anzuleiten. Das Anfertigen pneumatischer Modelle zählt ebenso dazu wie das Programmieren des noch namenlosen Roboters und anderer elektronischer Geräte. Erwachsene sollen die Bildungseinrichtung in Einswarden aber auch nutzen können. Laut Dieter Sichau sind zum Beispiel Kurse in Zusammenarbeit der Kreisvolkshochschule Wesermarsch geplant. Rund 80 000 Euro wurden bislang in die Grundausstattung investiert. „Es fehlen nur noch einige kleinere Tools“, sagt er.

Technik-Baukästen gehören ebenfalls zur Ausstattung des künftigen Lernorts im Technologiezentrum.

TECHNOLOGIEZENTRUM NORDENHAM Mit neuem Chef auf Kurs „schwarze Null“

Norbert Hartfil
Einswarden

Der „Digitale Lernort Technik“, so die offizielle Bezeichnung, ist ein wesentlicher Bestandteil der inhaltlichen Umstrukturierung des 2011 eingeweihten Technologiezentrums Nordenham. Die beiden weiteren Säulen der Neuausrichtung sind mit „Smart-Factory“ und „Energiemodul der Zukunft“ überschrieben. In dem Zuge hat die Bildungs- und Forschungsstätte auch einen neuen Namen bekommen: Sie heißt jetzt Innovationszentrum für Nachhaltigkeit und Produktionstechnologie.

In der Smart-Factory soll zum Beispiel erkundet und erprobt werden, wie industrielle Fertigungsprozesse rein digital und ohne jegliche Verwendung von Dokumenten auf Papier ablaufen können. Dafür ist ein Forschungsprojekt mit dem Oldenburger OFFIS-Institut für Informatik in Vorbereitung.


Energie der Zukunft

Für das Thema „Energiemodul der Zukunft“ ist der Aufbau einer Modellanlage geplant. Dieses Vorhaben sieht im ersten Schritt die Erzeugung von grünem Wasserstoff mit einer hauseigenen Photovoltaikanlage vor, die bereits bestellt ist und auf dem Gebäudedach installiert werden soll. Phase zwei ist dann die Erzeugung von synthetischen Kraftstoffen. Geschäftsführer Dieter Sichau hofft, dass die beantragten Fördergelder bald bewilligt werden. „Ich warte täglich auf den Bescheid“, sagt er. Für das Technologiezentrum hat die Energie der Zukunft auch deshalb eine besondere Bedeutung, weil es das erste von der Einrichtung selbst auf den Weg gebrachte Forschungsprojekt ist.

Norbert Hartfil
Norbert Hartfil Redaktion Nordenham (Leitung)
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