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Industrie in Nordenham Auftragslage ist „gut bis sehr gut“ – mit Ausnahmen

Horst Lohe
Vor der Podiumsdiskussion (von links): Jochen Luitjens, Cebrail Demir, Nils Humboldt, Susanne Mittag und Thomas Hüser

Vor der Podiumsdiskussion (von links): Jochen Luitjens, Cebrail Demir, Nils Humboldt, Susanne Mittag und Thomas Hüser

Horst Lohe

Nordenham - So besorgniserregend die Kurzarbeit bei Kronos Titan (seit 4. Oktober) und die bevorstehende Produktionsunterbrechung mit Kurzarbeit bei der Zinkhütte (ab 1. November) auch sein mag: Die übrigen Industriebetriebe in Nordenham laufen „im Moment sehr stabil“. Die Auftragslage ist „aktuell gut bis sehr gut“. Auch die wirtschaftliche Lage ist „allgemein noch stabil“.

Das hat der Geschäftsführer der IG Metall Wesermarsch, Jochen Luitjens, am Freitagabend während einer Podiumsdiskussion im Burgsaal der Stadthalle Friedeburg zum Ausdruck gebracht. Eingeladen hatte der SPD-Ortsverein Nordenham. Moderiert vom SPD-Vorsitzenden Nils Humboldt, ging es bei der Veranstaltung um die aktuelle Lage der Nordenhamer Industrie in Zeiten von Energiekrise und Inflation. Etwa 25 Besucherinnen und Besucher waren erschienen.

Notfallpläne

Zwar leiden alle Betriebe, so der Gewerkschaftschef, unter hohen Energiekosten, aber bei weitem nicht so stark wie die Zinkhütte und die benachbarte Bleihütte. Zudem hätten sich viele Unternehmen „alternativ auf den Weg gemacht“ und würden sich auf alle Eventualitäten vorbereiten. Es gebe Notfallpläne. Das Airbus-Werk befinde sich sogar im Hochlauf.

Die SPD-Bundestagsabgeordnete Susanne Mittag aus Delmenhorst merkte dazu an: „Die Zinkhütte ist das energieintensivste Unternehmen weit und breit.“

Jochen Luitjens hatte während der jüngsten IG-Metall-Aktionswoche mit rund 500 Kolleginnen und Kollegen in den Betrieben gesprochen. Für die Privathaushalte der Beschäftigten ist demnach wegen der Energiekrise und der hohen Inflation die finanzielle Situation angespannt.


Als „ernst, aber nicht hoffnungslos“ bezeichnete Thomas Hüser, Geschäftsführer von Glencore Nordenham mit den beiden Unternehmen Zinkhütte und Bleihütte, die Lage. Die Zinkhütte benötige so viel Strom wie die gesamte Landeshauptstadt Hannover und die Nachfrage nach Zink sei stark gesunken. Beim bevorstehenden Herunterfahren der Produktion in der Zinkhütte komme es darauf an, genau aufzupassen, damit alle Anlagen nach Ende des Produktionsstopps rasch wieder hochgefahren werden können.

Zuversicht

Es sei herausfordernd, eigene Anlagen, die man nur als im Betrieb befindlich kennt, vorübergehend außer Betrieb zu setzen. Zudem müsse aufgepasst werden, dass sie nicht zu sehr unter ihrer zeitweisen Abschaltung leiden. Thomas Hüser ist dennoch optimistisch: „Wir sind auf einem zuversichtlichen Weg.“ Die Produktion werde gleichsam auf Stand-by gesetzt.

Die Ankündigung des Produktionsstopps durch die Geschäftsführung war laut Cebrail Demir (Betriebsratsvorsitzender Nordenham Metall GmbH) „ein Schock, weil die Zinkhütte immer rentabel gewesen ist“. Auch der Betriebsrat sei überrascht gewesen. Angesichts extrem hoher Energiepreise „produzieren wir zurzeit aber nun für lau“. Daher sei der vorübergehende Stopp verständlich.

Für die Zinkhütte ist für ein Jahr Kurzarbeit vereinbart worden. Das heißt aber nicht, dass die Produktion ein volles Jahr auf Stand-by gesetzt bleiben wird. Cebrail Demir unterstrich am Freitagabend: „Ich bin optimistisch, dass wir früher als erst in zwölf Monaten die Produktion wieder aufnehmen werden.“

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