Brake/Wien - Falsche Polizeianrufe, verdächtige E-Mails, betrügerische Online-Shops: Die Gefahren, auf digitalem Weg Opfer einer miesen Abzocke zu werden, lauern heutzutage fast überall. Die schlechte Nachricht: Es kommen nahezu täglich neue Maschen hinzu – und ein Ende scheint vorerst nicht in Sicht. Die gute Nachricht: Mittlerweile existieren übersichtliche Internetseiten, die zahlreiche Risiken zusammenfassen und Verbraucher warnen.
Eine davon ist die deutschsprachige Homepage www.watchlist-internet.at. In deren Impressum ist das Österreichische Institut für angewandte Telekommunikation (ÖIAT) mit Sitz in Wien als Herausgeber und Verleger angegeben. Unsere Redaktion hat in Wien angerufen, zur Sicherheit die Echtheit der Seite geprüft und sich die Funktionen näher angeschaut.
Der Eindruck: Hier können nicht nur betrogene Verbraucher zur Aufklärung beitragen, sondern auch potenzielle Opfer einem Betrug entgegenwirken. Die Seite wirkt auch deutlich übersichtlicher und nutzerfreundlicher als etwa die deutsche Seite www.sicher-im-netz.de, für die das Bundesministerium des Innern und für Heimat die Schirmherrschaft hat.
Konkrete Beispiele
Die Homepage gibt einen umfangreichen Überblick und ist in mehrere Unterseiten unterteilt. Wer beispielsweise auf den Reiter „Warnungen“ klickt, erfährt von den neuesten Praktiken der Betrüger. Einige Artikel sind verhältnismäßig allgemein gehalten („Achtung vor falschen Polizeianrufen!“), andere wiederum nennen die konkreten Gefahren beim Namen: Fake-Mails der bank99, WhatsApp-Nachrichten der UNICEF über einen Covid-19-Zuschuss und natürlich Brennholz-Fakeshops.
In der Kategorie „Unseriöse Webseiten“ sind sämtliche Adressen nach Themenbereichen alphabetisch aufgelistet, die von Internetnutzern in der Vergangenheit gemeldet und an entsprechender Stelle geprüft worden waren. Allein die Liste betrügerischer Online-Shops umfasst Tausende URLs – von www.11trikots.com bis zzyha.shop. Einige Seiten existieren mittlerweile schon gar nicht mehr.
gegenseitige Hilfe
Interessant ist die österreichische Seite auch für alle Menschen, die im Internet schon schlechte Erfahrungen mit Betrügern gemacht oder verdächtige Seiten identifiziert haben. NWZ-Leser Hartwig Meyer beispielsweise gibt an, dass er diese dann unter dem Reiter „Falle melden“ in Richtung Wien geschickt hat.
Die Nutzer müssen dafür lediglich ihren Namen und ihre E-Mail-Adresse, den Link der verdächtigen Seite, den Weg zur Falle und eine kurze Beschreibung eingeben. Und wenn sich im Laufe der Prüfung tatsächlich herausstellt, dass es sich bei der gemeldeten Adresse um eine Fake-Seite handelt, wird diese in die Betrugsliste aufgenommen.
Lesertipps
Meyer hat aber noch andere Tipps, die er den Verbrauchern mit auf den Weg geben möchte. „Bei mir unbekannten Shops prüfe ich zunächst die Telefonangaben über das Telefonbuch ’Das Örtliche’. Zudem schaue ich, ob die Zahlungsart ’Paypal’ akzeptiert wird“, berichtet der NWZ-Leser.
Wenn dies nicht der Fall sei, würden bei ihm sofort die Alarmglocken schrillen, da diese Zahlungsart einen gewissen Schutz biete. „Vorkasse würde ich als Zahlungsart niemals verwenden“, sagt Meyer.
