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Pferdesport Jaderberger schreibt Sportgeschichte

Wolfgang Böning

Jaderberg - Der Jaderberger Otto Ammermann hat den Pferdesport im Oldenburger Land geprägt. Er setzte als Sportler, Funktionär und Züchter Akzente. An diesem Mittwoch feiert er seinen 90. Geburtstag.

Auf die Welt gekommen ist er am 7. September 1932 in Kleinensiel. Seine Passion für den Pferdesport entdeckte er als jugendlicher Teilnehmer an Ponyrennen. Später widmete sich der gelernte Versicherungskaufmann zunächst dem Springreiten.

Die Erfolge

Seine größte Erfolge feierte er im Vielseitigkeitsreiten: Er bejubelte drei Deutsche Meistertitel (1969, 1978 und 1980) und gewann bei den Europameisterschaften 1969 mit der deutschen Equipe die Silbermedaille.

Untrennbar verbunden ist sein Name mit dem Oldenburger Hengst Volturno. Mit ihm gewann er 1976 bei den Olympischen Spielen in Montreal und 1978 bei den Weltmeisterschaften in Lexington die Silbermedaille mit der Mannschaft. Team-Silber errangen Ammermann und Volturno, der von dem Vollblüter Vollkorn abstammt, außerdem 1980, als die Olympischen Spiele in Moskau boykottiert wurden, bei den Ersatzspielen in Fontainebleau (Frankreich). Ammermann war auch in der Dressur und im Springen erfolgreich.


Nach der Karriere

Nach seiner aktiven Karriere widmete er sich der Förderung des Reitsports und der Pferdezucht in Deutschland. Er gehörte zum Vorstand der Landeskommission und zum Vorstand des Pferdesportverbands Weser-Ems. Dort war er Jugendwart. Auch im Reiterverband Oldenburg engagierte er sich. Von 1972 bis 2000 war er dessen Vorsitzender. Er wurde später zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Beim Landesturnier in Rastede arbeitete er 30 Jahre in der Turnierleitung. Zudem war er Vorsitzender des Jader RC.

Für seinen Einsatz wurde er 1992 mit dem Reiterkreuz in Bronze geehrt. Vier Jahre später erhielt er das Verdienstkreuz am Bande des Landes Niedersachsen. Ammermann genießt größten Respekt. Er sei ein super Organisator, ein Pferdemann durch und durch, anpackend und hilfsbereit, sagen seine Mitstreiter.

Zuchtgeschichte

Volturno schrieb mit etlichen prämierten Nachkommen auch Zuchtgeschichte. Er lieferte auf direktem Wege vier gekörte Söhne und drei in das Leistungsstutbuch eingetragene Töchter. Insgesamt sind 278 im Turniersport eingesetzte Nachkommen notiert. Davon waren etliche in S-Prüfungen erfolgreich: 19 im Springen, 14 in der Dressur, fünf in der Vielseitigkeit und zwei im Fahrsport.

Der Hengst wurde 1988 in die USA verpachtet. Dort starb er in der Quarantänestation an den Folgen zahlreicher Messerstiche. Bis heute ist ungeklärt, ob der Anschlag einem ähnlich aussehenden Pferd galt, dessen neue Besitzer aus der Drogenszene kamen. Volturno wurde in Lexington begraben. 2015 wurden Ammermann und Volturno in Luhmühlen in die „Hall of Fame“ der Vereinigung internationaler Vielseitigkeitsreiter (IERA) aufgenommen. Ammermann ist der zehnte deutsche Reiter in der „Ruhmeshalle der Vielseitigkeit“.

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