Blexersande - Jonas Kolomejavos ist Autist. Der 16-Jährige nimmt die Umwelt auf eine sehr bestimmte Weise wahr. Sein Gedächtnis ist besonders ausgeprägt. Es könnte sein, dass der 16-jährige sich an den vergangenen Mittwoch noch lange erinnern wird.

Zusammen mit 28 jungen Erwachsenen und Betreuern aus Litauen ist Jonas seit einer Woche auf Einladung der katholischen Kirchengemeinden in der Wesermarsch zu Besuch. Ausflüge, Besichtigungen, ein Strandbesuch, eine Schiffsrundfahrt mit der Wega II und Besuche in den Gemeinden von Burhave bis Lemwerder standen schon auf dem Programm.

Am Mittwoch ging es für die litauischen Gäste auf eine Kanu-Freizeit im Seenpark Blexersande. Der Kreisverband der Caritas hatte die jungen Besucher im Alter zwischen 16 und 25 Jahren zu einem Tag auf dem Wasser eingeladen.

Mit dabei waren 30 deutsche Kinder und Jugendliche und ihre Betreuer aus den Tages- und Wohngruppen der Caritas in Nordenham und Brake. Zu zweit stiegen die Deutschen und Litauer in die Boote, immer begleitet von einem Betreuer. Die Stadt Nordenham hatte den Kanuausflug genehmigt, normalerweise sind solche Touren im Seenpark nicht gestattet.

Ein Austausch auf Augenhöhe sei die gemeinsame Aktion gewesen, sagt der Fachbereichsleiter für Kinder, Jugend und Familie bei der Caritas, Rolf Schnieders. Völkerverständigung, aber auch pädagogische Ziele für beide Seiten standen dabei im Fokus. „Es geht darum, Schwellen zu überwinden“, fügt Rolf Schnieders hinzu.


An diesem Donnerstag steht für die Gruppe aus Litauen ein Besuch der Deichschäferei in Tettens auf dem Programm. Für 17 Uhr laden die litauischen Gäste zu einem eigens einstudierten Theaterstück in das katholische Pfarrzentrum Oase in Tossens ein.

Nach der Aufführung gibt es einen Abschiedsgottesdienst und eine Grillparty. Am Freitag reist die Gruppe zurück nach Litauen.