Neuenbrok - Mit langem Applaus wurden Edith Koschnick und ihr Team nach der wiederholten Aufführung von Schuberts Liederzyklus „Die schöne Müllerin“ belohnt. Auch die begleitende Pianistin Dana Dulska war von der überzeugenden Gesangsleistung der Inhaberin der Neuenbroker „Klecksklause“ begeistert: „Ein konzertantes Stück für Klavier und Gesangsstimme auch optisch und dramaturgisch in Szene zu setzen, dazu gehört eine gehörige Portion Mut“. Dana Dulska hatte über viele Wochen mit Edith Koschnick den Liederzyklus eingeübt und die ursprüngliche Bariton-Stimmlage in den Mezzosopran transponiert.
Edith Koschnick hatte nicht nur das romantische Bühnenbild kreiert, sondern Schuberts Zyklus (nach den Gedichten von Wilhelm Müller, 1821) als Singspiel gestaltet. In der Rahmengeschichte überzeugte besonders Günter Brüntje als platt sprechender „Alter Müller“ (Vater der schönen Müllerin). Dement und von den Gebrechen des Alters gebeutelt, träumt er von den alten Zeiten, als seine Mühle „een grote Möhl west, de Dag un Nacht lopen is.“
Bei Edith Koschnick bekam das traurige Schicksal des unglücklich verliebten und von der angebeteten Müllerin verschmähten Müllersburschen ein versöhnliches Ende: zwar ertränkt sich der junge Geselle im rauschenden Bach, aber der Enkel des alten Müllers (Bente Macha) nimmt den Opa fürsorglich an die Hand und bittet ihn, die alte Geschichte von Liebe und Tod ruhig noch einmal zu erzählen.
