Kleine Weser - Den Hof der Familie Cornelius in Kleine Weser gibt es bereits seit mehreren Generationen. „Anfangs hat mein Vater hier Milchkühe gehalten“, sagt Besitzer Rainer Cornelius. 1977 kamen zu den Kühen dann noch Schweine. „Das hat ihm so gut gefallen, dass er ein paar Jahre später nur noch Schweine halten wollte“, erzählt der Landwirt.
Rainer Cornelius selbst betreibt den Hof zusammen mit seiner Frau Sabrina seit 2006. Auch die beiden Söhne Thore und Jannik im Alter von 10 und 13 Jahren packen schon fleißig mit an.
Ein typischer Tag auf dem Hof zwischen Großensiel und Hoffe startet um sieben Uhr morgens. Als erstes werden die Tiere gefüttert. Jede Altersgruppe bekommt ein anderes Futter, welches hauptsächlich aus Getreide und Mais besteht. Anschließend werden die Ställe gereinigt und die Tier- und Geburtenkontrollen vorgenommen. Dabei gilt es sicherzustellen, dass alle Schweine gesund und fit sind.
Mehr Platz
Vor einigen Jahren hat die Familie Cornelius den Schweinezuchtbetrieb erweitert. Der Umbau, bei dem die Ställe vergrößert und desinfiziert wurden, hat ein ganzes Jahr gedauert. In dieser Zeit stand der Betrieb auf dem Hof still. Durch die Umbaumaßnahmen haben die Schweine mehr Platz erhalten. So können die Ferkel nach ihrer Geburt für längere Zeit bei den Sauen bleiben.
Seit 2015 wird auf dem Hof Cornelius die Jungsauenvermehrung betrieben. Weibliche Schweine werden also nicht geschlachtet, sondern aufgezogen und weiterverkauft. „Es gibt nicht viele Standorte, die zur Jungsauenvermehrung geeignet sind“, sagt Rainer Cornelius. Er erzählt, dass dafür einige Voraussetzungen erfüllt werden müssen.
Da Schweinekrankheiten durch die Luft übertragen werden können, darf sich im Umkreis von vier Kilometern Luftlinie kein anderer Betrieb befinden, auf dem ebenfalls Schweine gehalten werden. „Das ist auch der Grund, warum keiner mehr einfach so in den Stall gehen darf“, erzählt Rainer Cornelius.
Früher haben zum Beispiel Schulklassen den Betrieb besichtigt. Seit 2015 ist das undenkbar. „Jeder, der den Stall betreten möchte, muss vorher duschen und betriebseigene Kleidung tragen“, macht der 41-Jährige deutlich. „Das ist vergleichbar mit Vorschriften im Krankenhaus.“
Zurzeit hält Rainer Cornelius 380 Zuchtsauen. Alle drei Wochen kommen auf dem Hof etwa 750 Ferkel zur Welt. Diese werden im Alter von zehn Wochen und mit einem Gewicht von etwa 29 Kilo an Mastbetriebe in Norddeutschland verkauft. „Die Mastbetriebe befinden sich alle in einem Umkreis von etwa 100 Kilometern“, sagt Rainer Cornelius. Geschlachtet werden die Tiere im Cloppenburger Raum.
Wo das Fleisch von seinen Schweinen angeboten wird, kann der Landwirt nicht genau sagen. „Es kann aber gut sein, dass das Fleisch, das man hier beim Schlachter oder im Supermarkt kauft, von unseren Tieren stammt.“
Preise sind gesunken
Anfang dieses Jahres lag der Ferkelpreis bei ungefähr 84 Euro. Durch die Corona-Krise ist er um etwa 30 Euro gesunken. „Die Nachfrage ist einfach weniger geworden. Restaurants hatten geschlossen, die Leute treffen sich weniger zum Grillen“, berichtet Rainer Cornelius. Außerdem sei der Export zusammengebrochen.
Dass die Preise schwanken, ist allerdings nichts Ungewöhnliches. Im Jahr 2017 lag der Preis für ein Ferkel bei gerade einmal 27 Euro. „Das war existenzbedrohend“, sagt Rainer Cornelius. Noch immer haben die Landwirte mit diesen Einbußen zu kämpfen.
Das Jahr 2020 hat sehr gut begonnen. Deswegen hatten Rainer Cornelius und seine Frau Sabrina eigentlich gehofft, den Verlust aus 2017 jetzt wieder einholen zu können. Der aktuelle Preis sei aber immer noch akzeptabel. „Wir hoffen natürlich trotzdem, dass nach Corona wieder mehr Schweinefleisch nachgefragt wird und dadurch die Preise steigen“, sagt Rainer Cornelius.
