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NWZonline.de Region Wesermarsch

Kriminalität: Konsequent gegen jugendliche Gewalttäter

13.05.2014

Blexen /Bremerhaven /Berlin Addick Dase findet, dass der „Tatort“ mit dem Titel „Ohnmacht“, der am Sonntag in der ARD lief, ziemlich nah an der Realität war. Er muss es wissen. Schließlich hat der Polizeibeamte aus Blexen ausschließlich mit jugendlichen Straftätern zu tun. Und mit jungen Leuten, die aus purer Lust am Adrenalin-Rausch andere zusammenschlagen, hat auch Addick Dase seine Erfahrungen gemacht. Auch wenn dieses Phänomen in Bremerhaven – anders als in großen Städten wie Berlin – extrem selten vorkommt. Am Sonntagabend saßen fast sechs Millionen Zuschauer bei der Talkshow von Günther Jauch vor dem Fernseher, um einer Expertenrunde zuzuhören, die sich nach dem „Tatort“ über jugendliche Gewalttäter unterhielt. Einer der Fachleute war Addick Dase, der im Polizeikommissariat Bremerhaven-Nord als Jugendsachbearbeiter tätig ist. Die Redaktion hatte im Internet recherchiert und war dabei zufällig auf den Nordenhamer gestoßen.

„Happy Slapping“

Mit seiner jüngsten Talkshow-Ausgabe erzielte Günther Jauch die zweitbeste Einschaltquote in diesem Jahr. Marktanteil: 20,6 Prozent. Das Thema bewegt die Massen. „Happy Slapping“ – so wird das Phänomen genannt, das Thema des „Tatorts“ war: Jugendliche picken sich wahllos ein Opfer heraus, um es auf übelste Weise zu schlagen, zu treten und zu demütigen. „Zum Glück passiert das in Bremerhaven ganz selten“, sagt Addick Dase. Aber auch er weiß, dass sich die Grenzen der körperlichen Gewalt verschoben haben. „Fußtritte ins Gesicht sind bei körperlichen Übergriffen fast schon Alltag.“

Die Zahl der Jugenddelikte sei aber insgesamt rückläufig., betont der Blexer. Addick Dase geht davon aus, dass auch die Polizei ihren Anteil daran hat, obwohl dieser Anteil kaum messbar sei. Die vor zwölf Jahren eingeführten Jugendkommissariate haben sich aus seiner Sicht bewährt. Addick Dase fungiert dabei als eine Art Pate. Er hat ausschließlich mit Straftaten von Kindern, Jugendlichen und Heranwachsenden zu tun. Er kennt seine Pappenheimer. Jeder jugendliche Straftäter hat eine feste Bezugsperson bei der Polizei, einen Paten. Addick Dase hält Kontakt zur Familie, zum Jugendamt, zur Staatsanwaltschaft und zur Schule. In diesem Netzwerk wird versucht, den Jugendlichen in die richtige Spur zu bringen. „Es geht darum, kriminelle Karrieren frühzeitig zu stoppen“, sagt der Hauptkommissar. „Wir wollen den jungen Leuten helfen, damit sie wieder in die Spur kommen und keinen Mist mehr machen.“

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Wie Addick Dase mitteilt, funktioniert das dank der intensiven Zusammenarbeit im Netzwerk auch in vielen Fällen. „Viele Jugendliche werden nach dem ersten Ladendiebstahl vernünftig, andere erst nach mehreren Straftaten.“ Es gebe aber auch Intensivtäter, die durch jedes Raster fallen und nicht erreichbar sind.

Der 50-Jährige ist nicht immer einverstanden damit, wie die Justiz mit diesen Straftätern umgeht. Der Hauptkommissar hat erlebt, das Verfahren wegen Körperverletzung eingestellt werden, weil ein Jugendlicher wegen anderer Delikte bereits einen Jugendarrest verbüßen muss. Das sei für die Opfer solcher Straftaten nicht nachvollziehbar. Es berge zudem die Gefahr, dass weitere Straftaten und somit weitere Opfer folgen. Zudem werde manchmal zu freizügig mit Bewährungsstrafen gearbeitet, die von den Jugendlichen nicht selten als Freispruch gefeiert werden, sagt der Hauptkommissar.

Addick Dase ist überzeugt davon, dass viele Straftaten verhindert werden könnten, wenn die Gerichte konsequenter urteilen würden. Der Polizist vergleicht den Umgang mit jugendlichen Straftätern mit der Kindererziehung. „Kinder brauchen, Liebe, Nachsicht, aber auch Konsequenz.“ Diese Konsequenz vermisst Addick Dase gelegentlich.

Neue Erfahrung

Der Auftritt bei Günther Jauch im Gasometer in Berlin war für Addick Dase eine ganz neue Erfahrung. Entsprechend nervös sei er in den Tagen zuvor gewesen. Die Aufregung habe sich aber kurz vor der Live-Sendung gelegt – vor allem dank Günther Jauch. Der Blexer macht dem Moderator ein großes Kompliment: „Er ist sehr sympathisch und hat ein gutes Gespür für seine Gäste.“ Im Vorgespräch mit Günther Jauch sei der Ablauf der Sendung genau besprochen worden.

Jens Milde Nordenham / Redaktion Nordenham
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