Brake - „Ihr habt etwas gemacht, das nicht selbstverständlich ist“, sagt Veronika Schlierf vom Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen (VBN) zu Jan Hermann, Conner Sundermeier, Luisa Thienken und Fabienne Zidella. „Ihr dürft, solltet sogar, stolz auf euch sein!“ Die vier Jugendlichen gehen in den achten Jahrgang auf der IGS Brake und haben ihre Urkunden und Ausweise erhalten, die sie künftig als Schulbusbegleiter und -begleiterinnen ausweisen.
Sogar ein Plakat mit den Gesichtern der vier wird in der Schule aufgehängt. Damit jeder weiß, dass sie ausgebildete Begleiter für Schulbusse sind. Auch die Polizei zählt auf die ausgebildeten Schulbusbegleiter. „Zivilcourage ist immer wichtig“, sagt Swantje Eisenhauer von der Polizei Brake. „Es ist gut, dass wir jetzt wieder ein paar mehr offene Augen da draußen haben.“ Anna Motzek sieht das genauso. „Dass Schüler sich engagieren und das sogar freiwillig, ist heutzutage immer weniger geworden“, sagt die didaktische Leiterin der IGS. „Deshalb finde ich das, was ihr macht, super. Genauso wie das Projekt.“
Ausbildung hat Tradition
Jan, Conner, Luisa und Fabienne sind mittlerweile die siebte Generation an Schulbusbegleitern, die die der VBN gemeinsam mit der IGS und dem Zweckverband des VBN (ZVBN) ausgebildet hat. Über mehrere Wochen hinweg haben Sebastian Jacobs und André Gieschen die Jugendlichen insgesamt vier Tage trainiert. Aber wie sieht so ein Training aus?
„Wir haben Rollenspiele und Vollbremsungen gemacht“, sagt Fabienne. „Und Regeln kennengelernt“, fügt Luisa hinzu. Bei den Rollenspielen wurden Alltagssituationen nachgestellt. Da wurde es dann schonmal etwas lauter im Bus und Füße wurden auf die Sitze gelegt. Und was veranlasst Kinder im Alter von 13 und 14 Jahren, so etwas anzupacken? „Damit es im Bus ruhiger wird“, antwortet Jan. „In unserem Bus ist es immer mega laut. Manchmal werfen Kinder sogar mit Kastanien, im Winter auch mal mit Schneebällen“, sagt Fabienne.
Anerkennung von Erwachsenen
Grundlegende Eigenschaften von Schulbusbegleitern seien Höflichkeit und Teamfähigkeit, sagt Jacobs. Essentiell sei außerdem, immer Blickkontakt zu halten und ein Vorbild zu sein. „Das wichtigste ist aber, dass ihr euch nie selber in Gefahr bringt“, gibt Udo Kuttig den Schülerinnen und Schülern mit auf den Weg. Er ist für die Ausbildung der Trainer verantwortlich und hält große Stücke auf das Projekt. „Ich freue mich für die Schüler. Wichtig sind nicht die Zertifikate oder Urkunden, sondern dass sie die positive Aufmerksamkeit von uns Erwachsenen bekommen. Diese Anerkennung ist entscheidend und kann sie weit bringen.“
