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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

130 000 Euro für Schmid-Orgel in Schwei

10.05.2011

SCHWEI Die Schmid-Orgel in der Schweier St.-Secundus-Kirche wird restauriert. Am Montagvormittag unterschrieben Pastorin Heike Jakubeit und die Orgelbauerin Ingrid Noack den entsprechenden Vertrag. Rund 130 000 Euro sind veranschlagt. Die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde und der Kirchbauverein – unter dem Vorsitz von Dr. Hinderk Bruns – bringen 77 000 Euro auf, der Oberkirchenrat steuert 10 000 Euro bei. Die restlichen Gelder stammen aus Mitteln eines EU-Förderprogramms.

Am 20. Juni geht es los

Was lange währt, wird endlich gut: Der Wunsch nach einer Restaurierung der von Johann Claussen Schmid (1811-1881) im Jahr 1869 errichteten Orgel reicht nach den Worten von Heike Jakubeit rund 20 Jahre zurück. Am 20. Juni soll es nun so weit sein. Mitarbeiter der Orgelbauerei Van der Putten aus Finsterwolde in der Provinz Groningen/Niederlande werden mit der Restaurierung beginnen und daher auch Teile abbauen, um sie in der Werkstatt bearbeiten zu können. Thomas Meyer-Bauer, Orgelsachverständiger der Oldenburgischen Landeskirche und Kantor in Varel, sowie Ingrid Noack erläuterten Art und Umfang der Arbeiten.

Die Kirche in Schwei ist laut Thomas Meyer-Bauer ein bedeutender Orgel-Ort. Auf der Westempore standen bereits Vorgänger von Arp Schnitger und Christian Vater. Bei seinem Neubau habe der Orgelbauer Johann Claussen Schmid aus Achtung vor der Leistung der Vorgänger Teile übernommen. Danach sei das Instrument aufgrund des Zeitgeistes noch einmal verändert worden. „Aus heutiger Sicht eine unglückliche Entscheidung“, merkte Ingrid Noack an.

Grundtönige Register

Aus der Romantik- wurde eine Barock-Orgel: Hatte die ursprüngliche Schmid-Orgel noch große grundtönige Register, so wurden diese abgesägt und auch erneuert. „Die hohen Pfeifen waren pipsig“, so Ingrid Noack. „Das passte nicht mehr zusammen. Große und kleine Stimmen müssen ineinander fallen. Wir haben lange überlegt, was technisch möglich ist.“

War zunächst nur an eine Reparatur gedacht worden, weil das Herz der Orgel, die Windlade, Risse bekommen hatte und die Luft nun andere Wege nahm, so setzte sich die Überzeugung durch, möglichst viel von dem alten Profil wieder herzustellen. „Wir wollen die Orgel im historischen Sinne rekonstruieren“, betonte Thomas Meyer-Bauer. Anregungen fanden sich in Eckwarden. Denn dort war bereits die Schwester der Schweier Schmid-Orgel restauriert worden.

„Wir sind auf einem guten Weg“, freuten sich dann auch Ingrid Noack und Thomas Meyer-Bauer. Man würde jetzt dem Ursprung dieses „klingenden Stücks Kirche“ sehr viel näher kommen. Das Grundkonzept sei in sich schlüssig.

Die Kirchengemeinde ist nach den Worten von Heike Jakubeit aber noch nicht aus dem Schneider. Das Gehäuse der Orgel, das nicht abgebaut wird, aber in den ursprünglichen Zustand versetzt werden soll, und die Erneuerung der Motorkiste seien im Angebot nicht enthalten. Da seien kunstfertige Gemeindeglieder vor Ort gefordert. Wegen der begrenzten Mittel seien zudem die Orgelbauer in Schweier Familien untergebracht. Für die Gottesdienste würden nun Klavier oder Orgel ausgeliehen.

Ulrich Schlüter
Elsfleth
Redaktion Brake
Tel:
04401 9988 2320

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