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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

150 Besucher genießen Folk und Irish-Pub-Atmosphäre

18.03.2013

Nordenham Die Greenfields und die Dig B. Kwarters gehören der Vergangenheit an – leider. Beide Bands hatten eine beachtliche Fangemeinde in Nordenham und sorgten bei ihren Irish-Folk-Konzerten regelmäßig für volle Häuser. Die gute Nachricht: Jetzt haben sich Musiker beider Gruppen neu formiert zur Celtic-Folk-Band Ceol Agus Craig (ausgesprochen: Kjuhl Aggis Kräck). Der Name stammt aus dem Gälischen und bedeutet soviel wie Musik hören, klönen, trinken und Spaß haben. Mit anderen Worten, alles das, was einen typischen irischen Abend im Pub ausmacht.

Genau diese Stimmung erlebten die gut 150 Besucher beim ersten St. Patrick’s Day am Freitag im Güterschuppen. Die Ex-DIG-B.-Kwarters-Musiker Peter Riekemann (Harmonika) und Rainer Torkel (Gesang, Gitarre) und die Ex-Greenfield Mitglieder Tina Thümler (Gesang, Flöte, Bodhran), Magret Janssen (Tin Whistle, Flöte, Mundharmonika) und Lothar Schlesies (Gitarre, Banjo, Mandoline, Gesang) haben sich zusammengetan, um irisches Liedgut unter die Leute zu bringen – mit Erfolg. Die Stimmung bei ihrem Debütkonzert war von Anfang an bestens.

Unterstützung am Cajon

Spätestens nach dem ersten Klassiker „Dirty Old Town“ sangen die ersten Zuhörer kräftig mit. Unterstützung am Cajon erhielt die Band bei vielen Stücken von Keno Thümler, Sohn von Sängerin Tina Thümler. Ceol Agus Craig hatte aber nicht nur Trinklieder im Repertoire, sondern auch sentimentale Stücke über längst vergangene Schlachten und die große Hungersnot Mitte des 19. Jahrhunderts. Ein Höhepunkt war die schöne Interpretation des Liedes „Fields of Athenry“, das von einem Mann erzählt, der Getreide stiehlt, um seine Familie vor dem Hungertod zu retten. Das Lied erlangte internationale Aufmerksamkeit, als es von irischen Fans bei der Fußball-EM 2012 beim verlorenen Spiel gegen Spanien gesungen wurde.

Zwischen den einzelnen Stücken erfuhren die Zuhörer auf amüsante Art und Weise von Frontmann Rainer Torkel Wissenswertes rund um den St. Patrick‘s Day, der jedes Jahr am 17. März von allen Iren weltweit zu Ehren des christlichen Missionars Bischof Patrick gefeiert wird. Bestens Bescheid wussten die Zuschauer nach dem Konzert beispielsweise über den Farbstoff Uranin, mit dessen Hilfe verrückte Iren den Chicago-River bis zum Jahre 2003 regelmäßig am St. Patrick’s Day in einen grünen Fluss verwandelt haben.

Heimweh und Schufterei

Für Furore sorgte auch der Auftritt der bekannten Nordenhamer Shanty-Gruppe Käpt`n Bligh. Was haben denn Shanties auf einem St. Partrick’s Day-Konzert zu suchen? Der musikalische Leiter Hergen Endlich hatte eine einfache Antwort: Irland ist eine Insel und von Wasser umgeben, und da sind schließlich die Shanties zu Hause. Und so gaben sie a Cappella – also ohne instrumentale Begleitung – Arbeitslieder von Matrosen aus aller Welt zum Besten. Von Seefahrerromantik keine Spur – im Gegenteil: Käpt`n Bligh hat nur ursprüngliche Shanties im Repertoire, die von der Besatzung während ihrer Schufterei an Bord gesungen wurden – über harte Arbeit, Auswanderung, Abschied und Heimweh.

Eine ganz besondere Leistung war die Darbietung des Seemannsliedes „Le Capitain de St. Malo“, das die Männer in französischer Sprache zum Besten gaben. Am Ende gab es einen gemeinsamen Auftritt beider Formationen und Zugaben zum Mitsingen und Zuprosten.