• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

180 Pfund Pfeffer im Heuwagen versteckt

12.11.2010

BAREDNFLETH „Wo ik herkam“ – heißt das berühmteste Gedicht der Schriftstellerin Alma Rogge (1894 – 1969). Sie kam aus Brunswarden bei Rodenkirchen, war Tochter eines begüterten Marschbauern und hatte schon als Schülerin immer Bleistift und Notizheft dabei, um kleine Begebenheiten und besondere Vorkommnisse festzuhalten.

An die Lebensstationen der plattdeutschen Schriftstellerin erinnerte jetzt der Baas des Schrieverkrings im Rüstringer Heimatbund, Martin Eden, auf der Plattdeutschen Lesung im Moorriemer Landcafé. Die Lesungen – Lyrik und Prosa der Autorin – übernahmen Myra Stuhrmann, Klaus Wessels, Amanda Kummerhoff, Anton Janssen, Elfriede Barghorn, Diethold Borchers, Petra Schomaker und Erwin Tönjes.

Der Oldenburger Gymnasiallehrer Wilhelm Visser hatte die junge Alma Rogge ermutigt, ein plattdeutsches Theaterstück zu schreiben. Ihr Erstlingswerk „Up de Freete“ wurde 1916 in Rodenkirchen aufgeführt und war so erfolgreich, dass die Hamburger „Niederdeutsche Bühne“ von Richard Ohnsorg es übernahm. Nach ihrem Studium promovierte Alma Rogge mit ihrer Doktorarbeit über „Das Problem der dramatischen Gestaltung im deutschen Lustspiel“.

Nach ihrem Entschluss, freie Schriftstellerin zu werden, schrieb sie ab 1932 zahlreiche niederdeutsche und hochdeutsche Bühnenstücke, darunter das Stück „Smuggel an de Bucht“, das vom Ohnsorg-Theater mehrmals unter dem Titel „Twee Kisten Rum“ aufgeführt wurde.

Die kleine skurrile Geschichte eines Bauern, der angeblich 180 Pfund Pfeffer im Heuwagen schmuggelt und den Zollkerl an der Nase herumführt, vorgelesen von Klaus Wessels, war nur eine der Dokumentationen des augenzwinkernden Humors, für den Alma Rogge geliebt und gelesen wurde. „Hier löppt wat verkehrt“ heißt es im Gedicht „Von use Tied“. Die Rogge geißelt den Verfall von Anstand, Mitmenschlichkeit und Gewinnstreben – ein Text, der heute aktuelle denn je ist. Als genaue Beobachterin der Veränderungen ihrer Heimat beklagt die Schriftstellerin das Schwinden ihrer Kindheitsbilder und -beobachtungen: „De Welt ward eng – da, wo ik herkam.“

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.