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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

40 Jahre im Zeichen der „gelebten Kulturpflege“

08.08.2019

Abbehausen Als ein „Erfolgsformat der gelebten Kulturpflege“ bezeichnet der niedersächsische Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU) aus Berne die Klönabende des Rüstringer Heimatbundes. Deren 40-jähriges Bestehen ist am Dienstagabend im Landhotel Butjadinger Tor in Abbehausen gefeiert worden. Rund 80 Besucher waren gekommen.

Während Björn Thümler seine Glückwünsche schriftlich übermittelte, bescheinigte die Landtagsabgeordnete Karin Logemann (SPD) aus Berne bei der Veranstaltung in ihrem Festvortrag dem Klönabend einen „sinnstiftenden Wert“. Der Rüstringer Heimatbund bewahre, forsche und arbeite die Geschichte vor Ort auf. Der Klönabend diene der Präsentation von Ergebnissen solcher Arbeit. Der Besuch der öffentlichen Klönabende biete Neubürgern die Möglichkeit, sich ihrer neuen Heimat anzunähern.

Wichtiger Bildungsauftrag

Neben Festrednerin Karin Logemann begrüßte Heimatbund-Archivar Heddo Peters, der durch den Abend führte, den stellvertretenden Landrat Dieter Kohlmann, Vertreter der Stadt Nordenham und der Gemeinden Butjadingen und Stadland sowie die Vorsitzende des Heimatbundes für niederdeutsche Kultur De Spieker, Rita Kropp aus Petersfehn. Dieter Kohlmann aus Ovelgönne lobte, der Rüstringer Heimatbund komme „einem wichtigen Bildungsauftrag nach“. Mit seinen Themen treffe er das Interesse vieler Bürger.

Rita Kropp vom Heimatbund De Spieker bescheinigte, dass der Klönabend in den 40 Jahren seines Bestehens sich zu einem Forum „wissenschaftlich fundierter Vorträge entwickelt hat“.

Alle Redner lobten die Verdienste von Hans-Rudolf Mengers aus Stollhamm, der den „Heimatkundlichen Klönabend der Arbeitsgruppe Landesgeschichte des Rüstringer Heimatbundes“ seit 31 Jahren leitet. „Dass er das macht, ist für uns ein Glücksfall“, betonte Heddo Peters.

Der Glücksfall begann 1988 überfallartig, erinnerte Hans-Rudolf Mengers in seinem Rückblick auf 40 Jahre Klönabend. Unvermittelt habe Adolf Blumenberg aus Stollhamm, der erste Leiter des Klönabends, im März 1988 seinen Rücktritt aus gesundheitlichen Gründen verkündet und der damalige Heimatbund-Vorsitzende Enno Hansing ihm ohne Umschweife erklärt: „Dat kunnst du wohl maken!“ Seitdem, so Hans-Rudolf Mengers, habe er eine Aufgabe, „die ich seither trotz mehrmaligen Bemühens nicht wieder loswerden konnte“.

Für musikalische Unterhaltung bei der Feier im Butjadinger Tor sorgte die Gruppe Seewind. Bärbel Supper, Dominique Wempe und Christine Sassen-Schreiber spielten niederdeutsche Folklore.

Eine Zusammenkunft am 29. März 1979 im Ruhwarder Bahnhof sei als Beginn der heimatkundlichen Klönabende anzusehen, berichtete Hans-Rudolf Mengers in seinem Rückblick, der sich für die ersten Jahre auf spärliche Aufzeichnungen stützte. Wenig später habe man sich auf Adolf Blumenberg als Leiter der Gruppe und Hans Hermann Francksen als seinen Vertreter verständigt. 1983 habe der Klönabend eine feste Form erhalten. Er fand regelmäßig an jedem ersten Dienstag im Monat im Lokal Rolands Eck in Stollhamm statt. „Meist waren es um die zehn Teilnehmer, nur gelegentlich darüber“, hatte Hans-Rudolf Mengers, der auch Vorsitzender des Rüstringer Heimatbundes ist, herausgefunden. Zum festen Stamm hätten damals neben Adolf Blumenberg und Hans Hermann Francksen Enno Hansing, Philipp Fürst, Wolfgang Engelhardt, Otto-Heinrich Knabbe, Georg Wedelich, Dr. Heinrich Dageförde, Hugo Ahlhorn, Gerd Müller und er selbst gehört.

Auf Hochdeutsch

„Amtssprache“ sei damals wie heute Hochdeutsch gewesen. Mehrfach sei der Vorschlag diskutiert worden, Plattdeutsch zu reden. Dafür habe sich aber nie eine überzeugende Mehrheit gefunden. Ende der 90er Jahre, Hans-Rudolf Mengers war inzwischen der Leiter der Gruppe, habe es „neuen Auftrieb gegeben“. Jahr um Jahr sei die Besucherzahl gestiegen und um das Jahr 2000 die 50er-Marke übersprungen worden. Seit 2010 findet der Klönabend im Landhotel Butjadinger Tor in Abbehausen statt, nachdem das Stollhammer Lokal Silvester 2009 plötzlich geschlossen worden war. In den 40 Jahren hat es nach Auskunft von Hans-Rudolf Mengers ziemlich genau 480 Klönabende gegeben. Die ewige Bestenliste der höchsten Besucherzahlen führt der Vortrag zur Weihnachtsflut 1717 im Januar 2018 von Klaas-Heinrich Peters aus Oldenburg mit 220 Zuhörern an. 2018 war ohnehin das Rekordjahr mit insgesamt über 1000 Besuchern.

Hans-Rudolf Mengers wünscht sich, „dass es so weitergehen möge wie bisher“. Denn Heimatkunde und -forschung hätten in großen Auftrieb genommen. Immer wieder meldeten sich neue Stimmen, fänden sich neue Interessenten, „die aus unserer Arbeit und von den Ergebnissen der neueren Forschung erfahren wollen“. Man könne sich getrost zum 500. Klönabend in zwei Jahren oder zum 50-jährigen Bestehen in zehn Jahren wieder treffen.

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