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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Vorschlag Zum Menschen Des Jahres: Alser Jens Horstmann: „Darin sehe ich keinen Stress“

29.01.2020

Alse So oft wie in diesem Winter war Jens Horstmann noch nie auf dem Campingplatz. Doch der 49-jährige Alser ist nicht etwa zum Wintercamper geworden, sondern Regisseur der Theatergruppe des Bürgervereins Sürwürden/Alse geblieben. Und deren aktuelles Stück „Klaut wi doch glieks de ganze Bank“ spielt auf einem Campingplatz.

Kaum ein Platz frei

Nicht nur die Sonntagsvorstellungen mit Frühstück sind samt und sonders ausverkauft, auch bei den Aufführungen in der Woche bleibt kaum ein Sitzplatz frei, so dass der Bürgerverein schon seine Vorverkaufsstellen geschlossen hat.

Jens Horstmann ist als Regisseur genau in der richtigen Rolle: Er hält die Fäden in der Hand, muss aber nicht vorn stehen. Das gilt nicht nur für seine Arbeit in der Theatergruppe, sondern für den ganzen Bürgerverein.

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Dem gehört er seit 1991 an, als er zu seiner Freundin Insa zur Horst zog, die längst seine Frau ist. 2010 haben die beiden ihr Haus an der Alser Straße gebaut. Der in Stro- hausen aufgewachsene Maschinenbaumeister fühlt sich in Alse rundum wohl: Er hat hier viele Freunde gefunden. Und neben seiner Arbeit als Werkstattleiter im Kernkraftwerk Unterweser ist der Bürgerverein ein weiterer wichtiger Lebensinhalt.

2012 rückte er als Nachfolger von Renate Horstmann zu einem der drei Vorsitzenden auf. Mit Renate Horstmann ist er übrigens weder verwandt noch verschwägert, dafür ist sie seine Nachbarin. Bei der nächsten Jahreshauptversammlung am Mittwoch, 5. Februar, scheidet ein weiteres Vorstandsmitglied aus: Rolf Warnke.

Dritte im Bunde ist Antje Melius, die sich vor allem um das Theater kümmert. Theater hat Jens Horstmann von Anfang an gespielt; seine erste Rolle war die eines Rechtsanwalts, einmal stand er sogar in Frauenkleidern auf der Bühne. „Meistens habe ich nur kleinere Rollen gespielt“, sagt Jens Horstmann. „Ich bin lieber Regisseur als Darsteller.“ Vor etwa fünf Jahren übernahm er diese Funktion von dem inzwischen verstorbenen Herold Menssen.

Von Oktober bis Februar widmet Jens Horstmann dem Bürgerverein vier Abende in der Woche. „Aber darin sehe ich keinen Stress“, betont er. In der dunklen Jahreszeit verpasse er nichts, wenn er für den Bürgerverein arbeite.

Doch auch in den wärmeren Monaten ist er aktiv, denn er organisiert die Feiern des Vereins – etwa die Fährparty, den Ausflug und alle zwei Jahre das Alser Dorffest, das sich aus einem kleinen Flohmarkt zu einer Veranstaltung entwickelt, die viele Auswärtige anzieht.

Derzeit ist Alse im Bürgerverein aktiver als Sürwürden, sagt Jens Horstmann, denn in Sürwürden ist der Generationenwechsel noch nicht abgeschlossen.

Zu seinen Aufgaben gehört auch das Aufhängen der Weihnachtsbeleuchtung in den beiden Dörfern, die bei ihm zu Hause auf dem Dachboden liegt. Zusammen mit seinem Sohn Sören und seinem Nachbarn und Freund Jörg Arens – der hat einen Radlader – zieht er los.

Idee Wiehnachtsmart

Bei ihm zu Hause war es auch, als er und Stefan Hauk, der Vorsitzende der Dorfgemeinschaft Absen, bei einer Silvesterparty am Tisch saßen und darüber sinnierten, ob sie und andere Rodenkircher Vereine nicht mal etwas Gemeinsames starten können. Immerhin hatte Bürgermeister Klaus Rübesamen das angeregt.

Vielleicht ein gemeinsamer Maibaum? Nein, das war es nicht. Und so entstand die erste Idee vom Roonkarker Wiehnachtsmart, dessen Premiere 2018 ein Erfolg und dessen zweite Auflage 2019 ein noch größerer Erfolg war. Das freut viele Bürger, vor allem aber Jens Horstmann, der wesentlich an der Organisation beteiligt ist.

Und der Maibaum bleibt ein eigener, vielleicht nur irgendwann etwas kleiner.

Henning Bielefeld Stadland und stv. Leitung Redaktion Nordenham / Redaktion Nordenham
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