• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Markt
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • LocaFox
  • Shop
  • Events
  • Tickets
  • nordbuzz
  • FuPa
  • Werben
  • Kontakt
NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Architektur: Alte Kapelle wird zum Kulturzentrum

12.12.2015
NWZonline.de NWZonline 2015-12-15T09:26:10Z 280 158

Architektur:
Alte Kapelle wird zum Kulturzentrum

Stollhamm Wenn man ein altes Haus in ein Schmuckstück verwandeln möchte, bedarf man es einer Menge Vorstellungskraft – und eines geschicktes Händchens. Dass sie beides besitzen haben Heidelinde (64) und Frank Digel (61) aus Ruhwarden bereits bewiesen: Im Gartenweg in Stollhamm hat das Ehepaar eine alte reetgedeckte Kate in einen Traum von Ferienhaus verwandelt.

Nun wollen sie ein solches Abenteuer ein zweites Mal auf sich nehmen – wiederum im Gartenweg. Die Digels haben die gegenüber ihrem Ferienhaus gelegene ehemalige katholische Kirche samt Gemeinde- und Pfarrhaus erworben. Aus der früheren Kapelle soll ein Kulturzentrum werden, und das hat sogar schon einen Namen: K 3 Stollhamm – die drei K stehen für Kleine Kultur-Kapelle.

Im März 2014 fand in der Kapelle der letzte Gottesdienst statt. Im Oktober des Jahres wurde sie profanisiert, also entweiht. Kurz darauf erfuhren die Digels vom ehemaligen Pfarrer Alfons Kordecki, dass das Bistum überlege, die Kapelle wie auch das angrenzende Gemeinde- und das Pfarrhaus zu verkaufen. „Wir haben ein Dreivierteljahr gebrütet“, sagt Heidelinde Digel. Nachdem sie auch von Leuten aus dem Dorf, darunter Rainer Meyer vom Vorstand des Bürgervereins Stollhamm, angesprochen worden waren, entschlossen sich die Digels zu einer Besichtigung – und schließlich dazu, das Projekt anzugehen. Sie erwarben die aus dem Jahr 1952 stammende, unter Denkmalschutz stehende Kapelle sowie die beiden Ende des 19. Jahrhunderts entstandenen Nebengebäude.

„Die Kapelle möchten wir wie eine Art Salon nutzen“, erklärt Frank Digel. Sie soll für kleinere Gesellschaften geöffnet werden, aber eben auch für kulturelle Veranstaltungen. Frank Digel ist Mitglied im Vorstand des „Gezeiten“- Arbeitskreises. Und er hat mit seinen Mitstreiterinnen und Mitstreitern bereits vereinbart, dass die K 3 Stollhamm bei den Kunst- und Kulturwochen ihre Premiere als Kulturstätte erleben soll. Was genau dann geboten wird, möchte der 61-Jährige indes noch nicht verraten. Ausgeguckt ist ein Termin im Oktober.

Bis dahin werden die aus Würzburg stammende Heidelinde Digel und ihr in Tübingen geborener Mann noch alle Hände voll zu tun haben. Weniger in der Kapelle, denn an der darf wegen der Denkmalbestimmungen nicht allzu viel verändert werden. Doch in den beiden anderen Gebäuden gibt es viel Arbeit.

Das frühere Pfarrhaus soll zu einem Ferienhaus umgebaut werden; erste Arbeiten haben die Digels hier bereits in Angriff genommen. In das ehemalige Gemeindehaus soll eine Küche eingebaut werden, für das obere Geschoss sind zwei weitere Ferienwohnungen geplant. Heidelinde und Frank Digel schätzen, dass sie mindestens 150 000 Euro in den Gebäudekomplex investieren werden. Vieles wollen sie selbst machen. Das Ensemble zu erhalten und nutzbar zu machen, sei ihnen eine „Herzensangelegenheit“, sagt Heidelinde Digel.

An die Nordsee verschlug es die Digels, damals noch in der Nähe von Köln wohnend, vor 27 Jahren auf der Suche nach einem Ferienhaus – sie wurden in Augustgroden fündig. Vor zehn Jahren beschlossen sie, fest an die Küste zu ziehen. Dem Renovieren von alten Häusern gilt die Leidenschaft der Digels. Hauptberuflich organisieren sie von Ruhwarden aus Ärzte-Fortbildungen und -Kongresse in ganz Deutschland.