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Tödlicher Unfall – Abfahrt Fedderwardergroden gesperrt
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Aktualisiert vor 2 Minuten.

Autobahn 29
Tödlicher Unfall – Abfahrt Fedderwardergroden gesperrt

NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

An Bord nie ein ungutes Gefühl

19.03.2008

BRAKE Angehörige der beim Untergang des Fischkutters „Hoheweg“ ertrunkenen Besatzungsmitglieder, Berufskollegen des immer noch vermissten Kapitäns Sven Hullmann, Bürgermeister Roland Schiefke, Bergungstaucher und Sachverständige kamen zu Wort in der Dokumentation „Tod im Sturm – Die letzte Fahrt der Hoheweg“. Die Dokumentation von Frank Schulte von Radio Bremen wurde am Montagabend im NDR-Fernsehen gesendet. Im Vordergrund stand die Frage, was für den Untergang verantwortlich war.

Jörg Lüdtke, Besatzungsmitglied eines Seenotkreuzers der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger, glaubt am 8. November 2006 zunächst an einen Fehlalarm, als der Seenotrettungsdienst in Bremen gegen 20.45 Uhr ein Notrufsignal der „Hoheweg“ empfängt. Lüdtke ist selbst einige Jahre als Steuermann auf der „Hoheweg“ gefahren und hat „nie ein ungutes Gefühl“ gehabt.

Auch für Klaus Krukau ist der Untergang unerklärlich. Er ist 16 Jahre als Maschinist auf dem Kutter gefahren, der damals noch „Roswitha“ hieß. Sie seien auch bei neun und zehn Windstärken gefahren, erinnert er sich, und bei schlechtem Wetter immer die Letzten in einem Hafen gewesen.

Der Kutter „Roswitha“ wurde 1974 gebaut und ist nach den Erkenntnissen der Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung (BSU) nicht mehr mit der „Hoheweg“ vergleichbar. Für den stellvertretenden BSU-Leiter Jörg Albers sind nicht Extrem-Welle und Grundseeberührung für den Untergang verantwortlich, sondern die nachträglichen Aufbauten mit einem Gewicht von über 18 Tonnen.

Umfangreiche Änderungen am Schiffsaufbau wurden bereits vor der Übernahme des Kutters 1990 durch die Familie Hullmann vorgenommen. Darauf weist der ehemalige Eigner und Reeder der „Hoheweg“, Dieter Hullmann, über seinen Rechtsanwalt Torsten Rückoldt hin. Auch nach weiteren Umbauten nach dem Eigentümerwechsel, bei denen eher Gewichte entfernt, als aufgebracht worden seien, hätten sich keine negativen Veränderungen gezeigt, obwohl das Schiff immer häufiger in der nördlichen Nordsee bei zum Teil extremen Wetterbedingungen im Einsatz war.

Rückoldt weist den BSU-Bericht als simple Schuldzuweisung zurück. Er bedauert, dass die theoretischen Annahmen der BSU nicht durch konkrete Versuche mit dem geborgenen Wrack hinterfragt worden sind. Der Kutter wurde wenige Tage nach seiner Bergung verschrottet.

Für den Großvater von Sören Busker, mit 18 Jahren das jüngste Besatzungsmitglied der „Hoheweg“, stellt sich die Frage nach der Schuld nicht: „Damit ist keinem geholfen.“

Lore Timme-Hänsel Redakteurin / Kulturredaktion
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