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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

„Ich sehe mich nicht als Star“

29.05.2019
Frage: Kind einer Musikerfamilie, Violin- und Klavierunterricht, Mädchenchor und Gesangsunterricht: Manche denken da: „Das arme Kind! So klein, und schon so viel Drill!“ Wie haben Sie selber ihre Kindheit und Jugend empfunden?
Ania Vegry: Meine Kindheit war glücklich – ich habe all das, was ich gemacht habe oder wozu meine Eltern mich als Musiker natürlicherweise auch angehalten haben zu tun, tatsächlich sehr gern gemacht. Das gilt vielleicht nicht unbedingt für tägliches Tonleiternüben, aber Kunst und Musikmachen macht ja nur dann richtig Spaß, wenn man über das entsprechende Handwerk verfügt. Das war mir, wohl auch durch mein familiäres Umfeld, recht schnell klar.
Frage: Sie sind geboren in der prickelnden Weltstadt London. Ausgebildet und heimisch geworden sind Sie in der nicht ganz so prickelnden Regionalstadt Hannover. Wie ist es dazu gekommen?
Vegry: Auf Hannover lasse ich nichts kommen, das ist mein Zuhause, meine Heimat, in der ich aufwachsen durfte und in der ich eine hervorragende Ausbildung erhalten habe. Diese Stadt ist meiner Ansicht nach immer noch ein Geheimtipp, eine ideale Plattform, um Neues anzugehen, sich als Künstler auszuprobieren, sich zu entwickeln und zu wachsen.
Frage: Gibt es unter ihren Lehrern eine Persönlichkeit, die Sie als besonders prägend bezeichnen würden?
Vegry: Besonders hervorzuheben sei an dieser Stelle Prof. Christiane Iven, bei der ich mein Studium begonnen habe. Sie hat mir beigebracht, wie man sich der Kunst, der Musik, einer Geschichte, einer bestimmten Rolle, einem Charakter nähert und lernt, damit umzugehen. Dieses Wissen ist für mich nach wie vor von unschätzbarem Wert, eines meiner absoluten Basiswerkzeuge meiner täglichen Arbeit.
Frage: Wie bewältigen Sie die unglaubliche Spannbreite Ihres Repertoires?
Vegry: Eine gute Technik ist unerlässlich. Man sollte sich und sein Instrument, seine Stimme und seinen Körper, sehr gut kennen, um zu wissen, wo die Gefahren lauern, die es zu umschiffen gilt. Und der entsprechende Abstand zwischen zwei sehr unterschiedlichen Projekten sollte gegeben sein.
Frage: Man kennt Sänger, die sagen, „Wenn es laut werden muss, wird es eben laut“. Andere ziehen es vor, sich der Intimität eines Ortes anzuverwandeln auf die Gefahr hin, an Effekt einzubüßen. Und Sie?
Vegry: Meines Erachtens sollte der Raum, in dem man Kunst macht, grundsätzlich mit einbezogen werden. Es geht ja schlussendlich um den Dialog zwischen Künstler und Publikum. Dieses wird wenig Freude daran haben, vom Klang erschlagen zu werden – obwohl auch das an der einen oder anderen Stelle effektvoll eingesetzt durchaus Sinn macht. Grundsätzlich diktiert der Raum aber gewisse Regeln, die es einzuhalten gilt, sofern möglich.
Frage: Das aktuelle Liederpfingsten hat für Warflether Verhältnisse ein ungewohnt populäres Programm. Wie finden Sie diese Buntheit?
Vegry: Oh, ich finde das ganz wunderbar! Wir werden uns genussvoll die Bälle zuspielen und gemeinsam in diesem herrlichen Repertoire baden – teilweise sprichwörtlich, wenn ich da zum Beispiel an den Fischerknaben von Liszt oder die Lorelei von Clara Schumann denke.
Frage: Verraten Sie uns, was einen Star wie Sie in die niedersächsische Provinz treibt...
Vegry: (lacht) ... Ich sehe mich selbst nicht als Star, deswegen lache ich, wenn ich als solcher bezeichnet werde. Grundsätzlich gilt für mich: Bühne ist Bühne, Konzert ist Konzert. Egal wo. Es gibt unterschiedliche Orte, unterschiedliche Säle und unterschiedliche Anforderungen. Was ich damit zum Beispiel meine: Die Warflether Kirche hat eine Intimität, die die Alte Oper Frankfurt nicht bieten kann. Das ist, als würde man Lasagne mit Palatschinken vergleichen. Ich esse aber beides gern. Mehr noch, ich glaube, dass man als Künstler beides braucht.
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