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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Comedy: Auch das „Dudödeldiii“ sitzt

25.04.2017

Elsfleth Die Bouteillen „Oberföhringer Vogelspinne“ sind gut gekühlt, rund 100 Kosakenzipfel haben hübsch dekoriert mit Zitronenbällchen die Küche der Vorsitzenden des Elsflether Kulturvereins verlassen und dieselbe, eben Renate Detje, kündigt im proppevollen Heye-Saal dem erwartungsvollen Publikum eine Hommage an den auserkorenen Feingeist des deutschen Humors an. Titel: „Ach was?“

Der Feingeist Loriot alias Vicco von Bülow ist zur großen Trauer seiner Fangemeinde im Jahr 2011 verstorben, seine Sketche dagegen sind unsterblich und sollte Loriot an die Himmelstür geklopft haben, dann konnte man dem lieben Gott nur „Viel Spaß“ wünschen. Aber auch auf Erden geht der Spaß weiter, an diesem Abend mit der jungen Oldenburger Truppe der „Stage Akademie“ unter der Leitung von Markus Sobota.

Die eröffnet mit dem „Kosakenzipfel“-Sketch einen Abend, an dem sich in den nächsten zwei Stunden die Mundwinkel der Besucher wie ein fröhliches Smiley nach oben betonieren und gleichzeitig die Lachtränen abwärts kullern. Die Mehrzahl im Publikum ist ultimativ textsicher, man kennt jedes Zitronenbällchen, den Hummercocktail und den frisch verkorksten Wein von Pallhuber und Söhne. Und trotzdem wird gelacht – ein Zeichen, dass das Oldenburger Sextett seine Sache richtig gut macht und angesichts der zwerchfellerschütterten Zuschauer zu Höchstform aufläuft. Gut, dass in der Pause die „Kosakenzipfel“ und die „Oberföhringer Vogelspinne“ das Zwerchfell entspannen und alle im Heye-Saal wieder auf Vordermann bringen.

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Besonders beliebt – sowohl bei Loriot als auch bei seinen Fans: die Ausflüge in die Niederungen des ehelichen Absurdistans, die sich nicht selten in guttural-gequetschten Tönen wie „Hollerididudeljööh“ (oder „Dudödeldiii“?) niederschlagen. Ist doch immer noch schön, wenn Frau Hoppenstedt was Eigenes hat. Dann muss sie auch nicht, wie ein anderes Paar zur Psychologin, von der man nicht weiß, ob sie sich nach dem Besuch der verehelichten Dumpfbacken die Kugel gegeben hat.

Man weiß auch nicht was eigentlich schlimmer ist: der Erzherzog-Johann-Jodler mit Diplom, der verkorkste Vertreterbesuch oder der Besuch bei Meredith Hesketh-Fortescue und Priscilla Molesworth aus North Cothelstone Hall in der Nähe von Nether Addlesthorpe und Middle Fritham oder die „Fette Schnecke“, mit der man sich auf den sauberen Campingplatz-Toiletten in Saarbrücken die Pökelzunge und den Château Lafite teilt.

Inzwischen sind die Darsteller und ihr Publikum interaktiv zu einer Einheit verschmolzen und die Besucher so amüsiert und hingerissen, dass auch die Stage-Truppe manchmal vor Lachen den Text nicht rausbringt. Ob Fußbodensex schlitzverstärkt in der Trikotagenbranche, ein viel zu hartes Frühstücksei, Politikergeschwätz oder die heiße Erotik der Kursbücher – die Kommunikationsschwächen der Mitmenschen waren immer die Stärke Loriots, von dieser Stärke profitieren an diesem Abend alle: die Darsteller und die Besucher.

Markus Sobota und seine Truppe haben das Potenzial, sich als „Loriot Reloaded“ einen tollen Namen zu machen. Und Loriots Sketche richtig gut auf die Bühne zu bringen, ist eine verdammt hohe Hausnummer.

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