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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Ausstellung: Auf neuen Wegen in die alte Zeit

07.03.2014

Nordenham Schwer zu entziffern sind die Zeilen, die für die nördliche Wesermarsch den Beginn der Neuzeit besiegeln. „Von Gotsgnaden wy Hinrick de Junger, hertoge tho Brunszwig und Luneborg, ock von wegen der hoichgebornen fursten hern Wilhelms und hern Ericks, unser leven broder, und wy Johann greve tho Oldenborg und Delmenhorst, bekennen vor uns... “ steht auf Pergament in alter Kanzleischrift geschrieben.

In Mittelniederdeutsch versicherten Graf Johann von Oldenburg und Herzog Heinrich von Braunschweig-Lüneburg am 3. Februar 1514 nach der Eroberung von Butjadingen und Stadland einander, dass sie die Gebiete von nun an gemeinsam besitzen und gegen Feinde verteidigen würden. In der Doppelschlacht von Hartwarden und Langwarden hatten sie zuvor die Friesen geschlagen, die in der nördlichen Wesermarsch bis dahin unabhängig, ohne einen Herrscher gelebt hatten. Das in dem Vertrag festgehaltene Ende der friesischen Unabhängigkeit bedeutete für die Wesermarsch auch das Ende des Mittelalters – und damit den ersten Schritt Richtung Neuzeit.

Spannende Dokumente

Dieses wichtige Dokument und viele andere spannende Exponate können Besucher am Sonntag zum ersten Mal besichtigen, wenn das Museum Nordenham die Sonderausstellung „Rüstringen und die Oldenburger: Stad- und Butjadingerland in der Grafenzeit“ eröffnet. „Wir haben viele wertvolle Dokumente vom Staatsarchiv in Oldenburg geliehen bekommen und freuen uns, dass wir sie hier zum ersten Mal zeigen dürfen“, sagt Dr. Timothy Saunders, Leiter des Museums. Er und sein Team sind bei der Ausstellung neue Wege gegangen. Mitarbeiterin Malgorzata Stachowiak hat die aufwendigen Stellwände gestaltet; dank Haustechniker Horst Höpken sind bereits ein paar Tage vor Eröffnung alle Exponate und die neue Technik an ihrem richtigen Platz.

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Durch Sponsoren, aber auch mit eigenem Geld konnte die technische Ausstattung verbessert werden. „Für die Dokumente muss besonderes Licht herrschen und eine Klimaanlage die Temperatur regeln“, erklärt Timothy Saunders. Fotografieren ist in der Ausstellung verboten.

Den Inhalt haben in erster Linie die Wissenschaftler Markus Scholz und Andreas Sattler erarbeitet, die beide im Zuge des Programms Musealog im Museum Nordenham tätig waren. Andreas Sattler wird am Sonntag einen Vortrag bei der Eröffnung halten.

Ein Juwel der Ausstellung, die bis zum 11. Mai besucht werden kann, ist eine Landkarte von 1613: Wilde Wellen brechen auf die Küste von Butjadingen und Stadland zu, Deiche gibt es nur stellenweise, das Hinterland wird von den Fluten bedroht. Mit kräftigem Pinselstrich fing der Kartograph die Landschaft ein. „Es sollte besonders dramatisch wirken, weil die Auftraggeber zeigen wollten, wie wichtig die Einführung eines Weserzolls ist“, erklärt Heddo Peters, Archivar des Rüstringer Heimatbundes. Der Weserzoll wurde bald vom Kaiser bewilligt, so dass die wirtschaftlich wichtige Eindeichung der Wesermarsch fortschreiten konnte.

Anschluss ans Festland

Eine computeranimierte Karte zeigt, wie seit 1514 Schritt für Schritt Gebiete erschlossen wurden und die einstigen Inseln Stadland und Butjadingen mit dem Festland verschmolzen. Erstmals wurde unter den neuen Herrschern ein erfolgreicher, weil koordinierter Deichbau betrieben, der Gebiete und deren Bewohner schützte – und damit die Neuzeit einläutete: „Das wirtschaftliche Interesse brachte den Fortschritt in die Wesermarsch“, sagt Timothy Saunders.


NWZ TV    zeigt einen Beitrag unter   www.nwz.tv/wesermarsch 
Kathinka Burkhardt Nordenham / Redaktion Nordenham
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