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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Baum zum Basteln, Spielen und Heilen

08.04.2005

Die Weide wird von den Kelten verehrt, von Medizinern geschätzt und von Dichtern verewigt. Am kommenden Sonntag findet an der Morseer Mühle der „Tag der Weide“ statt.

von jÖrn Zweibrock

nordenham – Die Weide ist ein Kind der Wesermarsch und aus der Landschaft zwischen Wesermündung und Jadebusen nicht mehr wegzudenken. An vielen Stellen im Landkreis sind Weiden zu finden. Wie jeder andere Baum muss auch dieses regionaltypische Gewächs gepflegt werden. In den Wintermonaten rücken die Mitarbeiter des Bauhofes aus und nehmen Rückschnitte an den Weiden vor, die an den städtischen Straßen stehen. Den Hobendammer Weg in Esenshammergroden haben sie allerdings zum Leidwesen von Anlieger Ernst Hüpers vergessen. „Im nächsten Winter schneiden wir auch die Weiden entlang dieses Wirtschaftsweges zurück“, versichert Enno Bachmann, Fachdienstleiter Baubetrieb und Entwässerung.

„Es ist sehr wichtig, die Weiden in unserer Heimat regelmäßig zu beschneiden“, erläutert Dr. Erika Mayer, Biologin aus Esenshamm. Geschieht das nicht, verlieren die Bäume ihre Bubikopf-Form und schießen in die Lüfte. „Die Äste verdicken sich und brechen schlimmstenfalls ab“, sagt Mayer. Um den Bestand in der Wesermarsch zu erhalten, ist die regelmäßige Pflege des Weidenbaumes unerlässlich.

Die Kinder aus der Region über den fazinierenden Weidenbaum zu informieren, ist das Anliegen von Erika Mayer und Hans-Gerd Gerdes, den beiden Initiatoren des Weidentages an der Morseer Mühle. Die Veranstaltung findet am kommenden Sonntag statt. Im Rahmen des Projekts „Schultreffpunkt Kulturlandschaft“ soll Kindern die Möglichkeit gegeben werden, sich über das heimische Gewächs zu informieren. „Raus in die Natur und nachhaltig etwas erleben“, erläutert Mayer das Ziel.

Zwischen 10 und 17 Uhr sind zahlreiche Mitmachaktionen für die ganze Familie rund um das Thema Weide geplant. Weidenflöten basteln, Dekokugeln bauen, mit Weidenfrisbees spielen – der Baum lässt sich auf vielfältige Weise den jungen Besuchern und ihren Familien näher bringen. „Statt Sonntagskleidung sollten eher Gummistiefel und Schweizer Messer mitgebracht werden“, sagt Mayer. Wer es lieber ruhiger angeht, für den stehen ab 13 Uhr Kaffee und Kuchen parat. Die Initiatoren des Weidentages sind stolz darauf, einen 88-jährigen Korbflechter für den Familientag gewonnen zu haben.

Der Weidenbaum

1999 wurde die Weide (lateinisch Salix) zum Baum des Jahres ernannt. Es gibt mehr als 300 Weidenarten. Die bekannteste ist die Kopfweide. Die meisten unserer heimischen Weiden stehen an Bach- oder Flussläufen. Im Frühling können die Blüten der Weiden, die „Weidenkätzchen“, bewundert werden.

In den Höhlen der Weide siedelt sich bevorzugt der Steinkauz an. Der Rinde wird eine fiebersenkende Wirkung zugeschrieben. Die darin enthaltene Acetylsalicylsäure findet sich als Wirkstoff in Schmerztabletten wieder.

Im Volksglauben war die Weide der Baum der Hexen und Geister und wurde mit Kummer und verlorener Liebe verbunden. Gedichte und Märchen stärken diesen Mythos. Selbst in Harry-Potter-Romanen ist von peitschenden Weiden die Rede. Menschen, die in der Zeit vom 1. bis zum 10. März oder vom 3. bis zum 12. September Geburtstag haben, sind laut keltischem Baumhoroskop im Zeichen der Weide geboren. Von den Kelten werden sie als intuitiv, sensibel und gefühlvoll charakterisiert.

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