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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Diese Berner sind nicht vergessen

10.12.2018

Berne Seit Samstag steht sie vor dem Berner Rathaus – gut zu sehen von allen, die vom Breithof in Richtung Bahnhof wollen und umgekehrt. Und dieser zentrale Platz ist auch gewollt, damit man auf die Gedenkstele aufmerksam wird. Der rund 2,50 Meter hohe Betonquader erinnert, so steht es auf der Namenstafel, „an die jüdischen Familien in Berne, die im Nationalsozialismus ausgegrenzt, entrechtet, vertrieben und ermordet wurden“. Am Samstag ist sie von Marina Jalowaja, stellvertretende Vorsitzende des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden von Niedersachsen, und Björn Thümler, niedersächsischer Minister für Wissenschaft und Kultur, enthüllt worden – im Beisein von Nachfahren der betroffenen Familien, von Vertretern der Jüdischen Gemeinde Oldenburg, des Landkreises Wesermarsch sowie von Rat und Verwaltung der Gemeinde Berne. Die Stele ist ein Entwurf von Raymon E. Müller. Der Künstler wohnt in der Gemeinde Jade.

An der Sichtseite des Betonquaders, der mit Stahl ummantelt ist, scheint ein rund zwei Meter 200 langes, nach unten spitz zulaufendes Segmentstück weggeschnitten zu sein. Dieses „Bruchstück“ findet sich mit der Spitze zum Boden an den Korpus gelehnt. Die die Empfindung, dass hier etwas Wesentliches weggebrochen ist, wird sofort augenfällig; eben das hat Müller gewollt.

Nachdem die Stele enthüllt war, lasen Schüler der Oberschule Berne, die auch den jüdischen Friedhof an der Weserstraße pflegen, die Namen der Familien vor, die auch auf der Stele verewigt sind. Nach Gebeten ging es mit einigen Ansprachen im benachbarten Gasthaus Schütte weiter. Unter den Nachfahren der betroffenen Familien waren Ernest Koopmann, aus USA, der schon häufiger in Berne zu Gast war, und Barbara von Zitzewitz, der Enkelin der Bernerin Ella Türk.

„Erinnerung kann nur funktionieren, wenn man sich an Personen erinnert“, sagte Minister Thümler. Und gerade in diesen Zeiten werde Erinnerung gebraucht.

Marina Jalowaja betonte, dass Gedenken die Aufgabe habe, „heutige und künftige Generationen zu Wachsamkeit zu mahnen“. Juden wollen nicht ausgegrenzt werden wegen ihrer Religion. „Wir wollen hier gleichberechtigt leben“, sagte Jalowaja.

Die Feierstunde löse bei ihm „Freude und zugleich große Trauer aus“, bekannte Landrat Thomas Brückmann. Erfreut sei er über das vielfältige Engagement bei der Umsetzung des Projekts. Trauer empfinde er, weil sich hinter den Namen Schicksale verbergen würden. Umso unverständlicher sei es, dass „es heute noch Menschen gibt, die rechtes Gedankengut in sich tragen und Populismus weitertragen“.

Dem Vergessen entgegenzutreten, sei nach wie vor vonnöten, sagte auch Bürgermeister Hartmut Schieren-stedt. „Nur so sind aktuelle Tendenzen der Menschfeindlichkeit, Menschenverachtung und Unmenschlichkeit frühzeitig zu erkennen und zu bekämpfen.“


Mehr Bilder und ein Video unter   nwzonline.de/fotos-wesermarschnwzonline.de/videos 
Video

Torsten Wewer
Elsfleth
Redaktion Brake
Tel:
04401 9988 2322

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Oberschule Berne

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