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Frantz Massenat verlässt die Baskets
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Frantz Massenat verlässt die Baskets

NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Ein Großer auf kleiner Bühne

27.05.2019

Berne Der Wortteil „Kultur“ im Namen der Berner Kulturmühle durfte am Samstagabend wörtlich genommen werden: Benedikt Vermeer war dort erstmals zu Gast und sorgte im ausverkauften Obergeschoss mit einem schier unerschöpflichen, frei und auf Wunsch auch spontan vorgetragenem Repertoire an amüsanten Gedichten dafür, dass das unter dem Motto „In Vino Veritas“ alles andere als eine trockene Veranstaltung wurde.

Doch bevor es im zweiten Teil des Abends mit „In Vino Veritas“ heiter und berauschend durch saure Weinjahrgänge oder „hochgeistige“ Gedanken über die Qual mit der Wahl ging, wurde bei Kerzenschein und Fingerfood erst einmal herzlich über die Feuerzangenbowle gelacht. Perfekt beherrschte der Bremer Schauspieler sämtliche Dialekte und Charaktere in seinem humorvollen Solo. Zeitlose Wahrheiten, wie die Feststellung, dass Plagiate mehr einbringen als das Original, machte Hans Pfeiffer mit drei „F“ als Oberprimaner bei dem „verspäteten“ Schulbesuch auch damals schon. Mit Pfeiffers grandioser Abschiedsvorstellung, seinem geplanten hochkantigen Rauswurf und einem „Happyend“ endete der erste Teil.

Aufhören, wenn es am Schönsten ist, wie einst Kurt Tucholsky schrieb – das sei das Motto in Hollywood, hieß es später. Denn alles andere als „happy“ wäre die Fortsetzung in der Regel, machte Vermeer gestenreich dem gebannt an den Lippen hängendem Publikum klar – und hatte natürlich auch dafür nach vielen Beispielen das passende Kurzgedicht parat: „Einst fuhren sie zusammen in der Zehn. Jetzt fahren sie zusammen, wenn sie sich sehen.“

Shakespeare, Busch oder Kästner wurden frisch und mit dem stets passenden Dialekt zitiert wie Valentin oder Schiller. Ein kleines „Loblied“ auf die Frauen, die bei Theaterbesuchen in der Regel in der Überzahl sind, durfte nicht fehlen, bevor auch sie ihr Fett abbekamen. Genauso wie die Parteien: Braune, deren Shirts beim Waschen einfach nicht sauber werden, Christliche, die zur Not auch ohne Mehrheit von Rom aus regieren, Liberale, bei denen man das Programm frei wählen kann oder Sozialdemokraten, die sich „wie die Vorhaut zurückziehen, wenn’s ernst wird“, machten die Wahl Vermeer in der Rolle eines angetrunkenen Gemüsehändlers in den 1930er Jahren schwer.

Mit riesigem Applaus und donnerndem Fußgetrampel wurde Benedikt Vermeer nach einigen Zugaben verabschiedet.

Ramona Kruse hatte bei der Auswahl ihres Gastes genau das richtige Gespür bewiesen. Es sei in Anbetracht der nur acht Quadratmeter großen Bühne nicht so leicht, etwas Passendes zu finden. Große Theaterstücke hätten dort keinen Platz, erklärte die Programmbeirätin, die im Vorfeld dem Bremer Literaturkeller, der „kleinsten Bühne der Welt“, einen Besuch abgestattet hatte. Freunde der beliebten Lesungsserie werden am 29. September wieder auf ihre Kosten kommen. Dann lädt die Kulturmühle zu einem „Mörderischen Frühstück“ mit dem Bremer Kriminaltheater ein.

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