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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Recht auf ein eigenes Zimmer?

05.04.2019

Berne „Goldene Regel“, was ist das eigentlich? Wofür sind Regeln überhaupt da? Was haben Regeln und Vertrauen miteinander zu tun? Drei Tage lang setzten sich die Achtklässler der Berner Oberschule zusammen mit Alfred Büngen mit „goldenen Regeln“ und dem menschlichen Miteinander aus verschiedensten Blickwinkeln auseinander. Aus dem, was dabei erarbeitet wurde soll ein Buch entstehen, das im Herbst bei den Berner Bücherwochen vorgestellt wird.

Ganz bewusst hatte der Gründer des Geest-Verlags für die dreitägige Schreibwerkstatt mit der katholischen Kapelle einen Raum außerhalb der Schule gewählt. Dort wurde geredet, Gedanken zu Papier gebracht oder mit Spielen – die natürlich Regeln hatten – alles ein wenig aufgelockert.

„Hier sind die Jugendlichen ganz andere Menschen“, so die Erfahrung von Büngen, die sich auch dieses Mal wieder bewahrheiten sollte. Fast ohne Pause waren die Schülerinnen und Schüler vormittags fünf Stunden lang voll konzentriert bei der Sache und brachten zum Ausdruck, was sie fühlen und denken, lobte Büngen.

Er habe in seinem Verlag bereits ein Buch gemacht, in dem es darum ging, was Erwachsene und Kinder von den Unicef-Kinderrechten halten. Fast alle Erwachsenen hätten diese abgelehnt, führte Büngen am zweiten Tag in diesen Themenschwerpunkt ein. Vor knapp 20 Jahren wurden die UN-Kinderrechtskonventionen unterschrieben, die mittlerweile in 14 der 16 Landesverfassungen verankert sind. Spezielle Kinderrechte wurden bis dahin im Grundgesetz nicht erwähnt.

Was sind das eigentlich für Rechte und werden sie eingehalten? Damit beschäftigten sich die Teenager. Wie sieht es beispielsweise mit dem Recht auf Gleichheit oder dem Wahlrecht aus? Auf den ersten Blick gut, so der Eindruck der Achtklässler. Doch bei Nachhilfe, Musikunterricht oder ohne deutsche Staatsbürgerschaft haben keineswegs alle Kinder die gleichen Chancen. Und auch bei der gesunden körperlichen Entwicklung ist nicht alles so gleich, wie es scheint, verdeutlichte Alfred Büngen mit gezielten Nachfragen. Genau verkehrt herum lagen die Jugendlichen bei ihren Antworten, was „menschenwürdige Wohnverhältnisse“ sind oder ob es ein Anrecht auf Taschengeld gibt. Das Recht auf ein eigenes Zimmer gibt es nicht. Die Summe für Taschengeld sei dagegen höchstrichterlich festgelegt und das Arbeiten verboten, klärte der Verleger auf.

Um das Miteinander von Mann und Frau ging es am nächsten Tag. Die Achtklässler dazu zu bringen, sich Gedanken über die Regeln des Miteinanders zu machen, bevor sie in rund zwei Jahren als mündige Bürger aus der Schule entlassen werden, sei die Idee hinter dem Buchprojekt gewesen, erklärte Alfred Büngen. Auch für die Lehrer, die ab und zu in der Kapelle vorbeischauten, sei es spannend gewesen, ihre Schüler so einmal von einer ganz anderen Seite kennenzulernen. Und spannend ist sicherlich auch das, was im Herbst als Buch vorgestellt wird.

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