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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Stippvisite in der verlorenen Stadt

17.01.2019

Blexerwisch /Ipiales Schon lange hatte ich den Traum, eine größere Reise mit dem Rad zu unternehmen. Gerade wird dieser Traum wahr. Mein Freund Jan Meulemann und ich haben uns sechs Monate frei genommen, um mit dem Rad Südamerika zu erkunden. Im Norden von Kolumbien haben wir unsere Reise gestartet. Inzwischen befinden wir uns im Süden Chiles in Patagonien.

Unsere Reise begann im September mit zwei verpackten Fahrrädern und einer Menge Gepäck am Nordenhamer Bahnhof. Unser anschließender Flug ging nach Santa Marta, ins nördliche Kolumbien. Dort haben wir unsere Räder bepackt und sind nach Cartagena gefahren – eine Kolonialstadt mit Karibikflair, touristisch gut erschlossen, warm und am Meer gelegen. Wir haben dort einen einwöchigen Spanisch-Kursus absolviert, um eine Grundlage für unsere Verständigung hier zu schaffen.

Durch den Dschungel

Danach ging es für uns in den Tayrona Nationalpark. Dort kann man eine viertägige Wanderung zur Ciudad Perdida unternehmen, die ich unbedingt machen wollte und die wir nun auch gemacht haben. Durch den Dschungel und durch Flüsse gelangt man zur „Verlorenen Stadt“, die ab dem 11. Jahrhundert von den Tayrona, einem präkolumbisches Volk mit einer hoch entwickelten Kultur, erbaut wurde und die noch heute für Zeremonien genutzt wird.

Nach diesem Trip ging es für die nächsten Wochen wieder auf die Fahrräder. In der Regel klingelte unser Wecker um 5.30 Uhr. So konnten wir am Tag circa sechs Stunden fahren, in der Mittagshitze eine Pause machen und trotzdem vor Sonnenuntergang, der schon gegen 18 Uhr ist, eine Unterkunft und Abendessen suchen. Auf einigen Strecken hatten wir das Gefühl, wie kolumbianische Trucker zu leben. Am Tag mit den Lkw auf der Straße, Mittagessen und nächtliche Unterkunft in den Truck-Stopps. Nur das unser Lkw eben das Fahrrad war.

So sind wir im Zick-Zack in Richtung Süden durch Kolumbien gefahren. Die Landschaft wechselte ständig. Nach Strand und Dschungel folgten Grünland, Plantagen, die Wüste Desierto Tatacoa und dann Gebirge. Zwischendurch gab es immer wieder spannende, interessante und schöne Anlaufpunkte. In der Kaffeeregion Kolumbiens konnte wir zum Beispiel auf einer Plantage übernachten und inmitten einer wunderschöner Landschaft den kompletten Prozess des Kaffeeanbaus verfolgen. In Nationalparks haben wir Ausgrabungen von 2000 Jahre alten Statuen bestaunt, im Amazonasgebiet hohe Wasserfälle und auf den Passstraßen die tiefe Schluchten bestaunt. Das Kontrastprogramm bildeten bunte Großstädte wie Medellín, die 2,5 Millionen Einwohner zählende Hauptstadt der Bergprovinz Antioquia.

Aussicht entschädigt

Die Straßenbedingungen waren fast durchweg sehr gut. Trotzdem kommt man schon mal ins Fluchen, wenn man mit dem ganzen Gepäck über mehrere Stunden einen Berg hochstrampeln muss. Die Aussichten, die wir dann von oben genießen konnten, haben uns am Ende aber für jede Strapaze entschädigt.

Fahrradfahren ist in Kolumbien nach Fußball die Nationalsportart Nummer 2. Entsprechend viele Rennrad- und Mountainbikefahrer haben wir unterwegs getroffen. Wir sind mit unseren Reiserädern, die wir uns mit etwas breiteren Reifen und einfach auszutauschenden Anbauteile selber für unsere Zwecke zusammengestellt haben, sehr zufrieden.

Im Süden von Kolumbien wurden die Räder auf eine echte Probe gestellt, als wir die Straße mit dem freundlichen Namen Trampolín de la Muerte – übersetzt: Sprungbrett in den Tot – befuhren. Die Verbindungsstrecke von Mocoa nach Pasto führt durch die Berge, besteht hauptsächlich aus großen Steinen und hat oft nur knapp die Breite eines Autos. Drei Tage haben wir uns durchschütteln lassen, haben Flüsse überquert und sind stundenlang bergauf gefahren.

Kolumbien hat uns gut gefallen. Die Kolumbianer sind sehr herzlich und haben sich gefreut, uns kennenzulernen. So hat uns schon mal ein Bauarbeiter eine Flasche Wasser mitgegeben; und fast jeder, den man auf der Straße trifft, hupt oder winkt zum Gruß. Auf 1000 positive Erlebnisse kam nur ein negatives: Bei einem Überfall sind uns auf offener Straße unsere Smartphones geklaut worden. Aber das kann wohl überall auf der Welt passieren.

Nach zwei Monaten und 2500 Kilometern waren wir in der 2900 Meter hoch gelegenen Stadt Ipiales an der Grenze zu Ecuador angekommen. Von unserem Weg nach Patagonien, der über Peru und Bolivien führte, wird ein zweiter Bericht handeln.

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