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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Blick auf Theologen Bonhoeffer

20.10.2006

BRAKE Der Autor hat eine Biografie über den Geistlichen verfasst. Auch dessen Zeit im Widerstand war ein Thema.

Von Jens Joest BRAKE - „Ich möchte auf das hören, was Gott mich tun heißt – und koste es das Leben.“ Dieser Maxime sei der evangelische Theologe Dietrich Bonhoeffer gefolgt, den die Nationalsozialisten 1945 im KZ als Widerstandskämpfer hingerichtet haben. Das hat Dr. Ferdinand Schlingensiepen am Mittwochabend bei einer Lesung aus seiner Bonhoeffer-Biografie in der Friedrichskirche deutlich gemacht. Schlingensiepen las auf Einladung der evangelischen Kirchengemeinde Hammelwarden und der Buchhandlung Gollenstede.

Der Autor trug vor allem Passagen vor, die Einblick in Bonhoeffers Geisteshaltung gaben. Er betonte zudem, wie kritisch der Theologe, der im vergangenen Februar 100 Jahre alt geworden wäre, das Dritte Reich gesehen hatte.

Ebenso verwies Schlingensiepen auf das Dilemma Bonhoeffers, der zu den Widerstandkämpfern um den Admiral der Abwehr Wilhelm Canaris gehört hatte. Bonhoeffer musste schweigen, um Attentatspläne nicht zu gefährden. Zudem musste er als Christ einen Mord an Hitler mittragen, um zu verhindern, dass weitere Juden starben oder es weitere Kriegsopfer gab.

Eindrucksvoll trug Schlingensiepen aus den Briefen Bonhoeffers an seine Verlobte Maria von Wedemeyer vor. Beide hätten sich zwar 18 Mal im Gefängnis Tegel gesehen, aber nie unter vier Augen, berichtete Schlingensiepen.

In den Briefen tauschten sie sich vielfach über Bücher aus, die Dietrich Bonhoeffer empfahl. „Seine Verlobte antwortete mit souveränem Humor“, sagte Schlingensiepen. Sie versprach Bonhoeffer, „mit Ehrfurcht“ Kierkegaard zu lesen, aber: „Meinen Rilke kann ich auch ohne Dich schön finden.“

Die rund 70 Zuhörer fragten nach der Lesung zum Beispiel, welche Beziehung Schlingensiepen zu Bonhoeffer habe. „Ich bin als Kind in einem Seminar der Bekennenden Kirche aufgewachsen“, sagte der Pastor. In einer ähnlichen Einrichtung dieser Kirche hatte Bonhoeffer gewirkt. „Und ich war eng mit dem Bonhoeffer-Biografen Eberhard Bethge befreundet.“

Zudem fragte eine Besucherin, was aus Maria von Wedemeyer geworden sei. „Sie ist nach dem Krieg als Mathematikerin in die USA gegangen und hat in der Computerforschung gearbeitet“, berichtete Schlingensiepen. Sie sei zweimal verheiratet gewesen, beide Ehen aber seien gescheitert. „Nicht ausgeschlossen, dass das mit der Beziehung zu Bonhoeffer zu tun hatte“, so Schlingensiepen.

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