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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Mit der Kettensäge zum Kunstwerk

21.08.2019

Brake Schon vom Weiten hört man das Geheul der Kettensägen. Überall fliegen Späne umher, während im Hintergrund das Wasser der Weser im Sonnenlicht glitzert. Hin und wieder bleibt ein Spaziergänger stehen und auch vorbei fahrende Fahrradfahrer können es nicht lassen, ihren Blick auf das Spektakel zu richten. Seit Sonntag arbeiten die Künstler Dominique Renaud aus Frankreich, Lara Steffe aus Italien und Thorsten Schütt aus Itzehoe (Schleswig-Holstein) an der Kaje an ihren Kunstwerken. Es ist das zweite Internationale Braker Bildhauertreffen.

Am Samstag lagen an der Kaje lediglich drei Baumstämme, jeweils drei Meter lang und 40 Zentimeter im Durchmesser. Mit einem Radlader wurden sie auf der Wiese in Position gebracht. Der dickste Stamm soll bis zu einer Tonne auf die Waage bringen, „die anderen zwei circa eine halbe Tonne“, schätzt Schütt.

Von Brake inspiriert

Die Wahl der Baumart fiel auf Eiche. „Das hat zwei Gründe: Ich selber arbeite gerne Filigran und Eiche ist sehr hart und feinfaserig, da kann man gut fein arbeiten“, erklärt Schütt. Außerdem lässt Eiche es zu, auch gegen die Fasern zu arbeiten. Zum anderen sei diese Baumart „unheimlich lange haltbar“, sodass die Skulpturen später gut 30 bis 40 Jahre im Garten aufgestellt werden könnten. Denn am Ende der Woche sollen die fertigen Skulpturen verkauft werden.

Bevor es den Stämmen an die Rinde ging, mussten die drei jedoch ihrer Inspiration freien Lauf lassen. Dabei bleiben sie ihren Stil treu. Während Schütt sich seit zwei Jahren darauf konzentriert, bei seinen Werken das Material mit zum Beispiel Löchern zu durchdringen, um unteranderem die Vergänglichkeit zu thematisieren, bleibt Steffe bei der Gestaltung von Frauen-Skulpturen. Zudem werden aktuelle Themen verarbeitet, die auch in Brake von Bedeutung sind. „Ich habe den beiden ein bisschen über Brake erzählt, dass Fairtrade sehr wichtig ist, der internationale Handel und der Hafen“, sagt Schütt. Er selbst will den Klimawandel in seiner Skulptur darstellen. Auch Renaud hat sich diesem Thema zugewandt: Es symbolisiere den „letzten Tropfen Wasser für Mutter Erde“, sagt Schütt. Doch es enthält auch die Freundschaft der drei Künstler, die durch drei Hauptstreben dargestellt werden sollen. Steffe hingegen verarbeitet, dass niemand sich für sich selbst schämen soll, denn es zählt der Charakter, wie auch Schütt findet.

Mit Hohleisen und -beitel

So unterschiedlich ihre Figuren werden, so unterschiedlich gehen die Künstler auch an die Arbeit. „Ich habe erstmal den Stamm so gesägt und entrindet, wie er gewachsen ist und dann die Durchdringungen angezeichnet“, erklärt Schütt. Steffe hingegen hat eine detaillierte Zeichnung erstellt und Linien in schwarz und Rot auf den Stamm eingezeichnet. „Sie misst auch mit der Wasserwaage, gedankliche Vorarbeit ist sehr wichtig“, sagt Schütt. Und dennoch, hält sich die Italienerin nicht immer an ihre Maße, sondern behält sich die Möglichkeit vor, frei etwas zu ändern, wie zum Beispiel den Winkel des Kopfes, damit die Figur schöner heraussticht. Renaud wiederum hat ein kleines Modell seiner Skulptur vorgefertigt, auch um anderen zu zeigen, wie sein Werk aussehen wird.

Mit der Kettensäge wird die grobe Form der einzelnen Skulpturen herausgearbeitet. Schütt nutzt danach eine Flex, erst mit groben Blatt, danach ein feines, um die Unebenheiten zu entfernen. Steffe und Renaud nutzen hingegen unterschiedlich große Kettensägen. Zum Schluss werden so genannte Hohleisen oder -beitel genutzt, um die Feinheiten herauszuholen. Dabei wird mit einem Klopfholz, eine Art hölzerner Hammer, auf die Eisen oder Beitel geschlagen, „Ich arbeite sehr gerne mit meiner eigenen Energie“, sagt Schütt dazu.

Die Künstler werden die Woche über weiter an ihren Werken an der Kaje arbeiten. Am Freitag, 23. August, ist um 19 Uhr die Abschlussveranstaltung mit musikalischer Umrahmung geplant.

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Soeke Heykes Volontär, 1. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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