• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Zum Abschluss zurück zum Anfang

03.01.2018

Brake /Bremen Harriersand sind im neuen Roman von Rolf Schmidt nur ein paar Seiten gewidmet. „Eine Insel“ ist Kapitel 35, überschrieben. Dass es das letzte im 240 Seiten dicken Buch ist, entbehrt nicht einer gewissen Logik, auch wenn es mit „Warten auf die Flut“ schon seit 2008 ein ganzes Buch über das Schicksal der 250 Auswanderer gibt, die auf dem Weg in die USA im Mai 1834 wochenlang auf der Weserinsel festsaßen. Insgesamt hatten sich mehr als 500 Menschen (Hessen, Sachsen und Thüringer) in der „Giessener Auswanderungsgesellschaft“ gesammelt und auf den Weg in eine eine bessere Zukunft gemacht. Der nun erschienene historische Roman des 79-jährigen Bremers ist der dritte einer Reihe, steht chronologisch aber ganz an deren Anfang. 2013 ist noch „Der Auszug“ erschienen – mit Berichten vom Aufbruch der Auswanderer in Bremerhaven und ihrer Ankunft am Ziel in Missouri.

Das Schicksal dieser Menschen um den Gießener Pfarrer Friedrich Münch, die 1833 ihre Heimat aus Verdruss über Unterdrückung, Willkür und Verfolgung verließen, um in den USA ein neues, menschliches Deutschland zu gründen, bewegt den Bremer Schmidt nunmehr seit mehr als einem Jahrzehnt. Der Anruf seines ehemaligen Schülers Peter Roloff war für den früheren Gymnasiallehrer Anlass, deren Geschichte aufzuarbeiten. Der war mittlerweile Filmemacher und einer interessanten Geschichte über die größte deutsche Auswanderergruppe auf der Spur. Eine kleine Gruppe Gleichgesinnter initiierte 2005 auf Harriersand das utopische Festival „Reisende Sommer-Republik“. Alte Briefe und Berichte, Recherchen in Archiven und Gespräche mit lokalen Historikern erlaubten ihnen einen immer tieferen Einblick. Regelmäßige Treffen und mittlerweile gesammelte Unterlagen mündeten nicht nur in Bücher, sondern 2013 in die Ausstellung „Aufbruch in die Utopie“, die auf dem Weg der damaligen Auswanderer von Gießen über Bremen und Harriersand bis nach Amerika wanderte.

Seine Recherchen ließen Schmidt nicht nur eine Nacht im Mai in einem Stall auf Harriersand nächtigen, sie führten ihn mittlerweile auch dreimal in die USA. „Als ich anfing zu schreiben, habe ich nie damit gerechnet, mal nach Amerika zu reisen.“ Vor Ort hat er dann in zahlreichen Gesprächen festgestellt: „Die Menschen dort interessieren sich sehr für ihre Wurzeln. Und sie fragen: Warum ist das Buch noch nicht in Amerika erschienen?“ Das könnte der nächste Schritt sein. Ein Angebot hat Schmidt schon eingeholt. Und für die Finanzierung der Übersetzung unter dem Titel „The Sun of Freedom“ („Sonne der Freiheit“) hofft er auf Fördergelder aus Berlin. Anlässlich des von der Bundesregierung geplanten „Deutschlandjahres“ in Amerika von Oktober 2018 bis Oktober 2019 könnte der Roman ein deutscher Anteil an der Entstehungsgeschichte der USA sein.

Auch wenn der Segler, der 35 Jahre auf seinem kleinen Boot die Weser rauf und runter geschippert ist, seiner Lieblingsweserinsel Harriersand im neuen Buch nur ein Kapitel widmet, ist das für ihn „der interessanteste Teil, bestimmt aber der letzte“. Der Roman „Die Aufforderung“ (ISBN 978-3-7308-1391-1) ist im Isensee-Verlag (Oldenburg) erschienen und für 14,80 Euro erhältlich.

Markus Minten
Redaktionsleitung Brake
Redaktion Brake
Tel:
04401 9988 2301

Weitere Nachrichten:

Bundesregierung | Isensee-Verlag

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.