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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Auf 160 Seiten durch die „Fett“-Geschichte

20.10.2018

Brake „Alles im grünen Bereich“, findet Heimatforscher Hans Wiechmann jetzt die Lage. Grün war auch die Werksfarbe der Fettraffinerie und ebenfalls grün wurde nun die Chronik in Buchform, die die Autoren am Donnerstag im Schiffahrtsmuseum Brake offiziell vorstellten.

160 Seiten Vergangenheit des Unternehmens verbergen sich nun hinter dem Titel „Die Geschichte der Braker Fettraffinerie von 1912 bis 2002.“ Die Fettraffinerie produzierte eine Vorstufe von Margarine aus Ölen. In den Anfängen wurde Waltran dafür genutzt, später Pflanzenöle. Bis Ende der 70er-Jahre hatte das Werk noch rund 300 Mitarbeiter. Danach verringerte sich die Zahl auf bis zuletzt 95 im Jahre 2000. Auch als beliebtes Sonntagsspaziergangsgebiet, war vielen Brakern die Fettraffinerie am Hafen bekannt.

Vor rund zehn Jahren begannen die drei Autoren Dr. Jens Schmeyers, Artur Meinen und Hans Wiechmann mit der Chronik. Alle drei Braker kannten die „Fett“, wie die Raffinerie umgangssprachlich von allen genannt wird, auch als Arbeitgeber.

Hans Wiechmann, 84 Jahre alt, war von 1956 bis 1994 als Kaufmann im Werk tätig. In seiner Zeit lernte er dort den Werksdirektor Karl Schneider kennen. „Alle nannten ihn nur den lieben Gott“, weiß Wiechmann noch – wegen dessen sozialer Einstellung. Auch allgemein galt das Unternehmen als sehr sozial. Es gab viele Vergünstigungen für die Mitarbeiter; ein eigenes Verkaufshaus, bei dem Mitarbeiter stark vergünstigte Unilever-Produkte bekamen sowie eine Werkskapelle. Unilever war der Eigner des Unternehmens seit 1930.

Meinen war von 1962 bis 2000 im Unternehmen. „Angefangen habe ich als einfacher Handwerker und geendet als Produktionsmanager“, erzählt der 78-Jährige. Als Werkstudent, sozusagen in der dritten Generation, kam der heute 53-jährige Schmeyers hinzu. Dies ist bereits sein achtes Buch an dem er mitwirkt. Das nächste ist bereits in Arbeit: „Eine Chronik von Rodenkirchen steht als nächstes an.“

Viele der Fotos und Informationen im Buch fanden die Autoren im ehemaligen Archiv der „Fett“. Kurz bevor dieses abgerissen wurde, konnte es noch einmal gesichtet werden. Dazu sprachen sie mit vielen Zeitzeugen und erschufen so eine chronologische ganzheitliche Verlaufsgeschichte, porträtierten die einzelnen Direktoren und schildern haargenau jede Veränderung, die das Werk mitgemacht hat.

Als Sponsoren gewannen sie die Landessparkasse zu Oldenburg und Olenex Edible Oils – das Nachfolgeunternehmen. Für das Layout war der Künstler Ulrich Thul verantwortlich. Herausgegeben wird das Buch vom Schiffahrtsmuseum. In einer passenden Dauerausstellung, zeigt das Museum im Telegraphen den Walfang im 19. Jahrhundert, der auch für den Standort Brake relevant war.

Wiechmann ist froh, dass das Buch nun fertig ist. „Ich bin richtig erleichtert“, sagte er. In heutiger Zeit noch einmal mit einem solch umfangreichen Projekt anzufangen, dass kann sich der 84-Jährige nämlich nicht mehr vorstellen.

Dennoch freut sich Wiechmann über die positive Resonanz, die das Buch jetzt schon bekam. Beim letzten Rentnertreffen der Fettraffinerie, die immer noch regelmäßig stattfinden, sei er viele Bücher „mit Kusshand losgeworden“. Zu kaufen gibt es das Buch auch für alle anderen – für 16,50 Euro in allen Buchhandlungen und im Schiffahrtsmuseum.

Freya Adameck Volontärin, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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