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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Archäologe forscht zu U-Boot UC 71

15.08.2019

Brake Der Untergang des deutschen U-Bootes UC 71 am 20. Februar 1919 vor Helgoland galt lange als rätselhaft. Kaum einen Kilometer vom Ufer entfernt, versank das 50 Meter lange Kriegsschiff vom Typ UC-II in der Nordsee. Die See war zwar rau an dem Donnerstag vor 100 Jahren. Und es war kalt. Der Wind blies mit Windstärke sechs bis sieben aus Südwest. Damit aber ließ sich der plötzliche Untergang nicht begründen. Was war geschehen?

Viele Jahre blieb der Untergang des U-Bootes UC 71 ein Mysterium, bis Florian Huber mit einem Team auf den Grund der Nordsee hinabtauchte. Die Besatzung habe das Boot selbst versenkt, vermutete der Unterwasserarchäologe bereits vorher. Und der Tauchgang förderte seine These: Als Florian Huber das Wrack im Sommer 2014 wissenschaftlich untersuchte und dokumentierte, bestätigten sich frühere Berichte von der Entdeckung im Jahr 2001. Sämtliche Luken standen offen. „Das war Absicht“, so der Historiker und Unterwasserforscher.

Der Bericht des Archäologen zum Untergang des U-Bootes UC 71 sei spannend. Die Geschichte lese sich wie ein Krimi, sagt Eleonore Gollenstede. Man komme einfach nicht davon los. „Die Geschichte fesselt“, sagt sie. Und weil die Geschichte nun als Buch vorliegt, setzte die Buchhändlerin alles daran, den Autor für eine Lesung zu begeistern. Es ist ihr gelungen, den Wissenschaftler für einen Vortrag nach Brake zu lotsen. Am Mittwoch, 4. September, ist Florian Huber im Schiffahrtsmusem der oldenburgischen Unterweser, Haus Borgstede und Becker, Breite Straße 9, zu Gast. Die Eintrittskarten kosten 10 Euro und sind in den beiden Buchhandlungen (Weserstraße 80 und Breite Straße 8) sowie im Schiffahrtsmusem erhältlich.

Florian Huber hat akribisch recherchiert und den Fall gelöst. Es ist aber nicht nur die Geschichte über den Untergang, die das eindrucksvolle Buch so lesenswert macht. Als die ersten Ergebnisse der Tauchgänge vorlagen und das U-Boot aus dem Ersten Weltkrieg bundesweit wieder auftauchte, meldete sich der Nachfahre eines U-Boot-Fahrers bei Florian Huber. Er verwahre zwei Tagebücher seines Großonkels auf, erfuhr Florian Huber. Was er einige Zeit später in Händen hielt, waren Hefte in einem schwarzen Einband aus den Jahren 1916 bis 1918. Durch Zufall waren dem Wissenschaftler die Tagebücher eines Mannes in die Hände gefallen, der als Maschinist auf UC 71 diente. Georg Trinks hatte über jeden Tag an Bord geschrieben, über jedes Gefecht und jede Feindfahrt, über seine Ängste und Sorgen.

Als UC 71 sank, war der Erste Weltkrieg (1914-1918) beendet. Das Boot sollte nach England überführt werden. Georg Trinks war da schon nicht mehr mit an Bord. Für die Restbesatzung stand fest: „Kein Engländer soll das Boot betreten.“ Und so wurde das Kriegsschiff von der Besatzung selbst versenkt.

Über die Forschungsergebnisse, über die letzte Fahrt von UC 71 und über seine Arbeit wird Florian Huber berichten. Man darf gespannt sein.

Ulrich Schlüter Elsfleth / Redaktion Brake
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