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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Konzert: Klänge in herrlicher Harmonie

03.02.2020

Brake Selten hat man im voll besetzten Auditorium des Paul-Gerhardt-Hauses ein enthusiastischeres Publikum erlebt, das jede einzelne der Darbietungen der Studenten der Musikhochschule Leipzig mit anhaltenden, kollektiven Bravorufen feierte. Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal bekam dieses dritte Konzert der Reihe „Hommage à Beethoven“ durch die Zusammenarbeit mit der Kulturförderung Brake – ein wichtiger Synergieeffekt für die Weiterentwicklung der Musikkultur in einer kleinen Stadt, die ihre Kräfte bündeln muss.

Superstar gewidmet

Prof. Hanns-Martin Schreiber, renommierter Leiter einer Klasse für Kammermusik in Leipzig, hatte jetzt ein Programm zusammengestellt, das dem jungen Beethoven, dem Superstar der Wiener Musikszene um 1800, gewidmet war. Kompetent und anschaulich führte er durch das Programm und zeichnete dabei ein Bild des jungen Beethoven, eines damals gefeierten Pianisten und Komponisten, der sich über die Konventionen seiner Zeit hinwegsetzte, ohne den Bezug und den Respekt zu den großen Meistern der Vergangenheit zu verlieren. Die Sonaten für Violoncello und Klavier, für Violine und Klaviere und die Klaviertrios gehören nach wie vor zum Repertoire und haben nahezu alle bedeutenden Komponisten der letzten 200 Jahre stark beeinflusst.

Eine tragende Rolle war dem ukrainischen Pianisten Andrei Romanishim vorbehalten. Er verfügt über eine stupende Virtuosität, gepaart mit allen Vorzügen eines professionellen Kammermusikpartners. Er kann führen und zuhören, gibt immer wieder wichtige Impulse und verliert nie die Übersicht. Der erste Glücksfall dieses Konzerts.

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Friederike Seeßelberg ist mit ihrem Instrument, dem Cello, verwachsen. Mit traumwandlerischer Sicherheit entlockt sie ihrem Instrument wunderbar differenzierte Klänge, gestaltet aber auch mit Leidenschaft und jugendlichem Schwung. Eine mitreißende Wiedergabe der Sonate g-Moll op. 5.

Auch Theresa Sophie Reustle, die eine der weniger bekannten Violinsonaten spielte, die hoch virtuose Sonate a-Moll des jungen Beethoven, scheint mit ihrem Instrument geboren zu sein und konnte sich so auf die Gestaltung des wegen seiner Schwierigkeiten gefürchteten Werks mit Temperament und Virtuosität konzentrieren.

Großes Talent bewiesen

Alle drei beschlossen den Abend mit dem Klaviertrio in c-Moll, op.1. in perfektem Zusammenspiel. Es schien, als hätten die drei ihr ganzes Leben im Ensemble gespielt. Das dem nicht so sein kann, zeigen die vielfältigen Aktivitäten der drei Solisten. Das wiederum beweist aber auch ihr großes Talent und – nicht zuletzt – ihre qualitativ hochwertige Ausbildung und Führung durch Professor Hanns-Martin Schreiber.

Diesen drei Werken, die ja für den Konzertsaal und das adelige Publikum Wiens gedacht waren, standen die Lieder nach Texten von Johann Fürchtegott Gellert als Kontrast gegenüber. Sie handeln von Tod und Erlösung und zeugen von der tiefen Religiosität Beethovens. Niemand hätte erwartet, dass auch diese Interpretation der eher nachdenklichen und verhaltenen Lieder – sie enden mit einem „Bußlied“ – das Publikum zu Ovationen hinreißen könnte. Es war die eigentliche Überraschung des Abend, dass es dem Bariton Julian Clement trotzdem gelang. Er verfügt über eine hervorragend ausgebildete, wunderschöne Stimme, die zu großen Aufschwüngen und feinsten Abstufungen fähig ist. Seine intelligente Interpretation vermeidet das Abgleiten in allzu Gefühliges und strahlt majestätische Würde, aber auch tiefe Innerlichkeit aus. Man hätte bei seiner vorzüglichen Aussprache auch auf die vorliegenden gedruckten Texte verzichten können. Alles in allem: Ein wunderbares Konzert, das allen, die es hörten, lange im Gedächtnis bleiben wird.  Konzerte auf hohem Niveau mit renommierten Künstlern, aber auch mit hervorragenden jungen Künstlern versprechen die Organisatoren der Konzerte im Paul- Gerhardt-Haus in Brake in einem Einladungsschreiben – welches den Besuchern des Abends vorlag – zum „Freundeskreis Braker Meisterkonzerte“, der sich zur Zeit in Gründung befindet.

Die nächste Veranstaltung ist am Dienstag, 24. März, zu Beethovens letzter Klaviersonate c-Moll po. 111 mit Pfarrer Christian Egts und Professor Kurt Seibert. Beginn ist um 19.30 Uhr (Kirchenstraße 24).

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