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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Entweder Kinderzimmer oder Burnout

21.02.2018

Brake Jugenddämmerung: So lautet der Name des zweiten Programms von Matthias Ningel. Der Kabarettist ist zu Gast bei „Kultur im Fischerhaus“. Er spielt Klavier und erzählt von seinem Leben, seiner Jugendliebe Ilona sowie dem Nachbarsjungen Rolf.

Der 30-Jährige wohnt noch bei seinen Eltern. Die finden, es sei an der Zeit, aus dem Kinderzimmer auszuziehen, sein Leben auf die Reihe zu kriegen – und überhaupt hätte die Mutter gerne mal Enkel. Rolf (der Nachbarsjunge) hat es ja auch geschafft. Also wird Matthias im Laufe des Abends immer wieder zu Rolf. Mit Blazer und Kampfschrei schlüpft er in die Rolle eines Endzwanzigers, der alles erreicht hat: gut bezahlter Job (vermutlich mit 50-Stunden-Woche), eine Freundin, mit der Quality Time statt Freizeit verbracht wird, Fitness-Blog, Jacobsweg in fünf Tagen – alles natürlich höchst effizient.

Es sind diese zwei Typen, die mit der Generation Y (ausgesprochen wie das englische „why“) verbunden werden: Der Eine bekommt nichts auf die Reihe und bleibt im elterlichen Nest, der Andere hat sein Leben mit Ende Zwanzig durchgespielt und hat mit Mitte 30 Burnout. Zwei Extreme und keins ist so richtig gesund. Das Wortspiel „Generation Why-oweiowei“ passt so gut, es hat schon einen bitteren Beigeschmack.

Für all diese Momente, in denen den Künstler diese Bitterkeit trifft – etwa beim Anblick glücklicher Pärchen – kommt ein Strich in sein „Knick-Knack-Blubb“-Buch. Dann geht es mit dem Bolzenschneider auf die Kölner Hohenzollernbrücke. Für jeden Strich macht es knick, knack und ein Schloss verschwindet mit einem Blubb im Rhein. Jeder hat seine Bewältigungsmechanismen.

Als Rolf entspannt er natürlich mit Power-Yoga. Sein aufgeregt gespieltes „Entspannt euch!“, mit seiner Klangschale untermalt, zeigt die Zweischneidigkeit der Achtsamkeitsindustrie: entspannen bitte, aber plötzlich!

Der Kabarettist bindet sein Publikum immer wieder ein. Auf die Frage nach dem Selbstverständnis des Brakers – Landei oder urbaner Szenemensch – einigt man sich auf urbanes Landei. Im Lied zum Landleben bringt er augenzwinkernd, egal ob Eifel oder Wesermarsch, das Totschlagargument: „Das haben wir schon immer so gemacht!“

Zum Schluss liest er einen Brief von Ilona, in dem sie ihm ihre Liebe gesteht. Für Ilona hat er sein erstes Lied komponiert. Als er dann hört, dass eine Ilona im Publikum sitzt, ist er begeistert – und schenkt ihr prompt seine CD.

Bevor er den Abend mit einer Vorstellung aus seinem neuen Programm „Kann man davon leben“ beendet, summt das Publikum noch einmal Beethovens „Ode an die Freude“.

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Manuela Wolbers Volontärin, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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