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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Gaunerpaar träumt vom Glück

22.01.2020

Brake Die Zeit läuft. Mit ihrem neuen Stück „Twee as Bonnie un Clyde“ feiert die Niederdeutsche Bühne Brake an diesem Freitag Premiere. An diesem Tag sei man als Regisseur hilflos, sagt Jens A. Rose. „Du musst auf die Protagonisten vertrauen. Ich bin guten Mutes“, merkt er an. Doch auch ihn wird spätestens vor dem ersten Gong das Lampenfieber packen.

Aber nicht auf der Bühne: Erstmals führt Jens A. Rose bei einer Inszenierung der Niederdeutschen Bühne Brake Regie. Vor acht Jahren wäre es bei „Aphrodites Zimmer“ für ihn fast schon einmal soweit gewesen. Weil man eine Rolle nicht besetzt bekam, musste er einspringen. Nun ist es für den 56-Jährigen, der seit 25 Jahren bei der Bühne mitwirkt, an der Zeit. „Das habe ich Peter Lucht zu verdanken. Damals brauchte er jemanden, der Licht macht. Und seiner Meinung nach hatte ich technisches Verständnis.“

Das kommt ihm jetzt ebenfalls bei „Twee as Bonnie un Clyde“ zugute. „Ich habe das Buch innerhalb von eineinhalb Stunden gelesen und hatte sofort die Idee, wie man das Stück umsetzen und wer es spielen kann“, erzählt der Regisseur. „Ich hatte das Bühnenbild im Kopf.“ Man müsse gleich ein Bild vor sich haben und sich eine Regiearbeit auch zutrauen. Dann würde eine Inszenierung gelingen.

Alles im Blick

Jens A. Rose hat alles im Blick. Mit den beiden Schauspielern Frederike Gomilar in der Rolle der Chantal (Bonnie) und Renke Brüning als Manni (Clyde) mache die Bühnenarbeit unheimlich viel Spaß. „Für die Schauspieler ist das Stück sehr fordernd“, stellt er fest. „Das schlaucht schon, die ganze Zeit nur zu zweit auf der Bühne zu stehen.“ Auch sei die Textvorlage etwas gemein, weil Textzeilen ähnlich oft vorkämen im Stück. Zum Teil gebe es sehr schnelle Dialoge. Es gebe viel Text, der präzise sein müsse. „Mich hätte die Rolle selbst gereizt“, gesteht er ein.

Die Texte sind nach Jens A. Roses Worten sehr schön geschrieben. „Es werden alle Klischees bedient. Chantal ist das vermeintlich blonde Dummchen“, sagt er. Wie dumm man sich anstellen kann, wenn man besonders schlau sei will, werde bei diesem Stück eindrucksvoll geschildert.

Die witzige Komödie stammt von Tom Müller und Sabine Misiorny, das Niederdeutsch ist von Renate Wedemeyer. „Es gibt Textpassagen, die müssen einfach kommen, weil es im Buch steht“, weiß der Regisseur. Aber es bleibt auch Raum für Interpretation und Ideen. „Die Bühne ist riesengroß. Wo musst du Bewegung haben, wo ist es zu statisch.“ Damit müsse man sich gleichfalls befassen. „Ich habe viel bei Profiregisseuren gespielt. Da habe ich eine Menge gelernt.“

Eine Inszenierung ist immer eine Herausforderung. Stimmen Beleuchtung und Akustik, wie stehen die Schauspieler zum Publikum, kurzum: An alles will gedacht sein. Ohne hervorragende Akteure auf der Bühne geht es nicht: „Man schlüpft in eine Rolle und muss sich darin wohlfühlen“, weiß Jens A. Rose aus eigener Erfahrung. Den beiden Schauspielern Frederike Gomilar und Renke Brüning gelingt das perfekt. Sie scheinen tatsächlich einen Banküberfall zu planen im Lagerraum eines Schuhladens. Die vielen Kartons auf der Bühne sind aus dem Fundus der beiden Braker Geschäfte Fasting und Volke.

Er habe zwar noch keine Bank überfallen, erzählt der Regisseur schmunzelnd. Wer das Stück gesehen habe, wisse dann aber, wie man es nicht mache. Bei Manni und Chantal sind zwar mehr kriminelle Energie vorhanden als kriminelle Intelligenz, aber richtig Kohle machen wollen sie unbedingt. Sie wollen in Las Vegas heiraten und anschließend ihre Flitterwochen auf Hawaii verbringen.

Mit Strumpfmaske

Wie Bonnie und Clyde schmieden die beiden einen Plan mit Strumpfmasken und Ballermann. Doch zum erfolgreichen Knacken einer Bank gehört auch, dass man links und rechts unterscheiden kann, in der Lage ist, eine Straßenkarte zu lesen, die richtigen Strümpfe zu kaufen und nicht die falsche Tüte mit aus der Bank zu nehmen. Die Lage fürs dilettantische Gaunerpärchen wird im Laufe der Handlung immer verrückter. Dem Paar rennt die Zeit davon – und für Jens A. Rose läuft der Countdown. Noch zwei Tage sind es bis zur Premiere von „Twee as Bonnie un Clyde“.

Ulrich Schlüter Elsfleth / Redaktion Brake
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