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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Niederdeutsche Bühne: Da wird einem angst und bange

22.01.2018

Brake „Rut!“, brüllt Bauer Gerhardt (Renke Brüning) und die vier Frauen Marianne (Ute Seyberth), ihre Schwester Lisa (Pia Sandersfeld), Christa (Anne Pflug) und ihre Schwester Theresa (Lena Pflug) fahren erschrocken zusammen. Und suchen das Weite – zumindest kurzfristig. Denn im aktuellen Stück „Fastföhrt“ der Niederdeutschen Bühne bleibt den Freundinnen und Schwestern gar nichts anderes übrig, als es mit dem missmutigen und bedrohlich daherkommenden Bauern aufzunehmen. Denn: Auf dem Weg nach Hamburg sind sie im Haus des Bauern irgendwo in der Pampa gestrandet.

Jetzt feierte der komische „Thriller“ von Mary Bakker-Schoon (plattdeutsch von Bolko Bullerdiek) Premiere – und sorgte für stehende Ovationen, viel begeisterten Szenenapplaus, herzhafte Lacher und banges Mitfiebern.

 viel Dynamik

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Die spürbare Begeisterung für das Stück ist nicht allein dem Stoff von Bakker-Schoon zu verdanken, denn gerade in der zweiten Hälfte hat „Fastföhrt“ kleinere Schwächen in der Dramatik. Aber das stört wenig, denn das Ensemble, neben den Frauen und Bauer Gerhardt gehören auch noch der Wilderer Raoul (Jens A. Rose) und der Arzt Dr. Metz (Gerhard Knoth) dazu, bringt eine durchweg sehenswerte Leistung auf die Bretter der BBZ-Bühne. Vor allem die Dynamik zwischen den einzelnen Charakteren kommt immer wieder – sei es durch einzelne Sätze oder ganze Szenen – zur Geltung.

Hier liegt auch die besondere Stärke des Stoffes von „Fastföhrt“: Wer auf der Bühne in welcher Konstellation steht, verändert sich stetig. So können und müssen die Schauspieler in immer wieder anderen Zusammensetzungen ihre Rolle spielen. Und das gelingt: Bei der Premiere kam der erste Szenenapplaus, in diesem Fall für Renke Brüning, schon bei dessen erstem Auftritt. Verdient, denn Renke Brüning scheint offenbar jede Menge Spaß an seiner „bedrohlichen“ Rolle gefunden zu haben. Aber auch die anderen Schauspieler konnten sich immer wieder über diese spontane Respektbekundung für ihre Arbeit freuen, was nicht zuletzt an den punktgenau gelieferten Emotionen, aber auch an den immer wieder auflockernden Pointen liegt.

 viele Details

Das Ensemble harmoniert und schafft es so, den Spannungsbogen immer weiter aufzubauen. Der anfängliche Missmut der vier Frauen, in der Pampa gestrandet zu sein, wechselt zu Angst. Denn die „Schnüffelschnuten“ finden unter dem Bett einen Koffer mit gar grausigem Inhalt. Die suspekten Reaktionen von Bauer und Wilderer auf die Anwesenheit der Frauen, die kurzen und mehrdeutigen „Männergespräche“ zwischen Arzt, Wilderer und Bauer tun ihr Übriges.

Getragen wird die unheimliche Atmosphäre derweil nicht nur von den direkten Dialogen, sondern auch von vielen, kleinen Details die Regisseurin Elke Münch und das Ensemble ins Stück gearbeitet haben.

Blicke durch den Gardinenspalt, nonverbale „Kommentare“ der Schauspieler, das Bühnenbild und die Kostüme vermischen sich zu einem Gesamtbild, welches selbst nach mehrmaligem Gucken noch Überraschungen bereithält. Hier empfiehlt sich ein besonderes Augenmerk auf Lena Pflug und Pia Sandersfeld, die sowohl am Bühnenrand als auch inmitten der Szenen viel über Gestik und vor allem Mimik transportieren.

Und auch wenn für versierte Genrekenner die Auflösung des Stückes schnell zu erahnen ist: Der Weg dorthin, so wie ihn die Braker Bühne beschreitet, lohnt sich.

Claus Arne Hock Redakteur / Online-Redaktion
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