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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

So perfekt schlägt Kommissar Zufall zu

27.01.2020

Brake Mit dem Stück „Twee as Bonnie un Clyde“ feierte die Niederdeutsche Bühne in Brake bereits die dritte Premiere der laufenden Spielzeit 2019/2020. Das Stück wurde von Jens A. Rose inszeniert. Die Hauptfiguren spielen Frederike Gomilar als Chantal und Renke Brüning als Manni. Beide ernteten am Ende stehende Ovationen des begeisterten Premierenpublikums.

Manni und Chantal: Zwei Namen, deren Träger es außerhalb des Theaters nicht immer leicht haben mögen. Auf diesen Namen lastet durchaus das ein oder andere Vorurteil in puncto Intelligenz und Planungsfähigkeit. Und genau da hakt es auch bei den beiden Hauptfiguren im Stück „Twee as Bonnie un Clyde“.

Manni und Clyde wollen in Anlehnung an das große Verbrecherpaar der 1930er Jahre, das in den USA sein kriminelles Unwesen trieb, eine Bank ausrauben. Mit dem Geld wollen sie nach Las Vegas, dort heiraten und die Flitterwochen auf Hawaii verbringen. Soweit der Plan. Doch durch sehr kurzweilige sechs Szenen hindurch misslingt diese Idee eins ums andere Mal.

Das Stück selbst ist in einem alten Schuhlager angesiedelt (toller Bühnenbau durch Volker Reinhardt, Bernd Looschen und Peter May). Dieses Lager ist Versteck, Räuberhöhle, Trainingsraum und zentraler Ort des Beziehungslebens zwischen Manni und Chantal in einem. Hierher kommen sie nach ihren missglückten Raubzügen zurückgestolpert und machen sich gegenseitig Vorwürfe, warum der Überfall wieder scheiterte.

Man ahnt es als Zuschauer – egal, wie oft die beiden es versuchen, irgendetwas geht immer schief. Und die Gründe dieses Scheiterns sind an Dusseligkeit und Dämlichkeit nicht zu überbieten. Mal nehmen sie statt der Geldtüte eine Einkaufstüte mit Lebensmitteln mit, mal finden sie den Weg nicht, mal kann Chantal die Karte nicht richtig lesen, mal kommen ihnen andere Bankräuber in die Quere.

Unter den Blinden ist der Einäugige König. So ist es auch Manni, der unter der scheinbar noch dümmeren Chantal zu leiden hat. Standardmäßig bekommt man von ihr zu hören: „Weet ik nich“ oder „Heff ik vergeeten“. Eigentlich vergisst Chantal alles, verwechselt selbst die Türen, wenn sie in die Küche will. Doch am Ende kommt ihnen Kommissar Zufall zu Hilfe – als schon alles verloren scheint, findet sich im Lager plötzlich das deponierte Geld von einem anderen Bankräuber. Manni will jetzt alles für sich, doch Chantal kommt ihm mal wieder in die Quere.

Schon von der ersten Minute an überzeugen die beiden Darsteller Frederike Gomilar als Chantal und Renke Brüning als Manni. Ihr Wortwitz ist mitreißend, ihre Mimik großartig. Das Publikum lacht sich von Anfang kaputt über die Dämlichkeit der beiden. Regisseur Jens A. Rose hat eine wirklich witzige Komödie auf Plattdeutsch inszeniert, die durch kluge Personenregie und eine tolle Raumnutzung der Bühne auffällt. Wirklich großartig gerät in der fünften Szene das Üben des letzten Banküberfalls: Auf zwei Stühlen spielen Manni und Chantal in schauspielerischem Höhenflug die Situation im Fluchtauto nach. Die Szene nimmt nicht nur den letzten Banküberfall vorweg, sondern beleuchtet das absurde Beziehungsmiteinander zwischen Chantal und Manni.

Eine sehenswerte Komödie, bei der man einfach nur sagen möchte: Gehen Sie mal dahin, es macht wirklich eine diebische Freude, sich dieses Chaos-Gangsterpaar anzuschauen.

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