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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Zeitgeschichte: Jedes Bild eine Entdeckungsreise

10.07.2019

Brake Die Zeit lässt sich nicht anhalten. Alles, was vor einer Sekunde, vor einer Stunde, vor einem Tag oder einem Jahr passierte, liegt in der Vergangenheit. Wozu also sollte man all das Geschehene noch schriftlich fixieren, welchen Nutzen sollte das für die Allgemeinheit haben und wer sollte das überhaupt tun?

Die Augenblicke und Veränderungen seiner Heimat für die Nachwelt festzuhalten und zu archivieren, dieser Aufgabe hatte sich Gerd Winter schon als Jugendlicher verschrieben. Er habe bereits während seiner Schulzeit damit begonnen, erzählt der 95-jährige Braker. Sein Interesse für die Geschichte war früh geweckt. Am 21. August 1923 geboren, schrieb er als Schüler alles auf, was ihn interessierte. Er wollte beispielsweise mehr wissen über die Entstehung der Ortsnamen. Auch die alten Kaufmannsfamilien wie Gross, Müller und Tobias weckten sein Interesse. Um deren Geschichte nachzuspüren, war Gerd Winter oft auch auf Friedhöfen unterwegs. Er habe ebenfalls die Geschichte des Walfangs in Wort und Bild festgehalten, erzählt Gerd Winter.

Gerd Winter überlässt nun dem Schiffahrtsmuseum Unterweser sein umfangreiches Archiv. „Wir freuen uns darüber, das ist ein unsagbarer Schatz“, sagt Museumsleiterin Dr. Christine Keitsch. Er habe sich mit seinem Lebenswerk um die Dokumentation der Geschichte verdient gemacht. Das Schiffahrtsmuseum der oldenburgischen Unterweser freue sich über diese besondere Schenkung.

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Gerd Winter ist ein leidenschaftlicher Sammler. Mit großem Engagement hat er über Jahrzehnte Postkarten, Bilder, Broschüren, Plakate und Zeitungsausschnitte zusammengetragen. Damit habe er ein wichtiges Archiv zur Braker Wirtschafts- und Stadtgeschichte angelegt, so Christine Keitsch. „Jedes Bild ist eine Entdeckungsreise“, merkt sie an. „Es gibt Schätze ohne Ende in der Sammlung.“

Gerd Winter wurde in Brake geboren und arbeitete als Maschinenbauer beim Wasser- und Schifffahrtsamt Brake. In seiner freien Zeit interessierte er sich für Heimatforschung. Er trug vielerlei Dokumente und Objekte zur Zeitgeschichte zusammen. „Ich habe auch die Geschichte des Harriersands aufgeschrieben“, erinnert er sich.

Regionale Geschichte

Als Experte für die regionale Geschichte wirkte Gerd Winter laut Christine Keitsch und Museumsmitarbeiter Uli Thul an verschiedenen Publikationen zur Geschichte der Stadt Brake mit oder zur Geschichte der Auswanderer. Dem Schiffahrtsmuseum Unterweser stellte er bereits früher Materialien für Veröffentlichungen und Ausstellungen zur Verfügung, so zum Beispiel für die Sonderausstellung „Sommerfrische“. Auch der Museumsführer für Kinder „Herr Krause macht Urlaub“ ist bereits mit zahlreichen Bildern aus dem Archiv von Gerd Winter versehen.

Unglaublicher Schatz

„Wir freuen uns sehr, dass Herr Winter uns diesen unglaublichen Schatz überlässt“, betont Christine Keitsch. „Die äußerst umfangreiche Sammlung werden wir zunächst sichten und für die Forschung erschließen. Darüber hinaus ist geplant, einige der Zeitdokumente in Form einer Sonderausstellung für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen.“ Gerd Winter habe mit seinem unermüdlichen Einsatz einen wichtigen Beitrag zur Bewahrung der Stadtgeschichte geleistet. „Wir haben eine Forschungslücke, die Sie mit Ihrem Material geschlossen haben. Wir werden über Brake und die Region noch mehr erfahren.“

Die Sammlung von Gerd Winter ist themenbezogen. So hat er beispielsweise die Entwicklung des Hafens und der Gebäude archiviert. Oft war er später auch mit seiner eigenen Kamera unterwegs. Dass früher bis zur Fettraffinerie Häuser standen, wer wisse das noch, sagt er. „Das habe ich alles dokumentiert“, erzählt er. Archiviert hat er unter anderem auch die Entwicklung der Schifffahrt. „Es gab Werften am Ufer entlang bis nach Elsfleth.“

Es habe sonst niemand so systematisch gesammelt, weiß Christine Keitsch. „Wir werden damit mehrere Jahre beschäftigt sein“, ergänzt Museumsmitarbeiter Uli Thul. Gerd Winter habe alle seine Unterlagen sorgsam gehütet. Der Bestand gehe nun lückenlos ans Museum über.

Viele Momentaufnahmen

Enthalten sind in den Ordnern viele Momentaufnahmen von Familien und auch Badeszenen vom Harriersand. „Was hatten die Leute damals an, wie hat sich die Mode verändert“, spricht Christine Keitsch ein Forschungsfeld an. Und weiter: „Der Geist der jeweiligen Epoche tritt hervor, er schlägt uns aus jedem Ordner entgegen.“

Gerd Winter bleibt auch mit 95 Jahren seiner Passion treu. „Beim Lesen der Zeitung sagt er hin und wieder, dass man das ausschneiden sollte“, erzählt seine Ehefrau Rosemarie Winter (86).

Ulrich Schlüter Elsfleth / Redaktion Brake
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