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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

War Not am Mann, blieb die Post liegen

10.01.2018

Burhave „Na, Teddy, büst buten wen?“ Heinz-Wilhelm Rohde, den in Butjadingen alle nur Teddy nennen, hat diese Frage häufig zu hören bekommen, wenn die Post mal wieder zu spät kam.

„Buten“, das war die Nordsee. Und wenn da draußen Menschen in Not waren, dann durfte Teddy Rohde alles stehen und liegen lassen. Dafür hatte er den Segen von höchster Stelle. Viele Jahre war der Burhaver für die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) im Einsatz. Heute, mit 80 Jahren, lassen ihn das Meer und die Geschichte der Rettungsgesellschaft noch immer nicht los. Für sein ehrenamtliches Engagement ist Teddy Rohde jetzt als Kandidat für die Ehrung der Butjadinger Menschen des Jahres 2017 vorgeschlagen worden.

Teddy Rohde stammt gebürtig aus dem Ammerland. Seit 1957 ist er Butjadinger. Zunächst wohnte er in Waddens am Deich, zog dann später mit seiner Frau Friedel-Anne ins eigene Haus in Burhave um. Beruflich war Teddy Rohde viele Jahre bei der Post tätig, ganz klassisch als Landzusteller. Als er noch in Waddens wohnte, fuhr er morgens mit dem Rad zum Dienst nach Burhave, brachte wiederum mit dem Rad die Post aus, radelte mittags nach Hause, danach wieder zur Arbeit, stellte weitere Sendungen zu. Am Ende des Tages hatte er auf diese Weise 52 Kilometer auf dem Rad zurückgelegt.

Schon während seiner Zeit bei der Post war Teddy Rohde bei den Seenotrettern aktiv. Die Oberpostdirektion in Bremen unterstützte sein Engagement, erlaubte ihm ganz offiziell, für einen Einsatz die Zustellung zu unterbrechen und sogar mit dem Postauto, das er später statt des Rads für die Arbeit nutzen konnte, zum Einsatz zu fahren.

Ließ die Post in Burhave und Umgebung auf sich warten, wussten die Leute, dass draußen in der Wesermündung etwas geschehen sein musste und Teddy Rohde im Einsatz war. „Rettungsboot besetzen!“ lautete die Order, wenn es los ging. „Was passiert war, erfuhren wir meistens erst an Bord“, erinnert sich Teddy Rohde. Viele Male ist der Burhaver mit seinen Kameraden rausgefahren, um Wattwanderern oder Skippern in Not zu helfen.

Einsätze absolviert er nicht mehr, doch bis heute ist Teddy Rohde der Seenotrettungsgesellschaft verbunden. Regelmäßig in der Saison führt er Gäste durch den Rettungsschuppen im Fedderwardersieler Hafen, erklärt die dort ausgestellten Rettungsgeräte und berichtet von seinen eigenen Einsätzen.

Im Rettungsschuppen liegt auch die „Wilhelmine Wiese“, das letzte hölzerne Rettungsboot, das in Fedderwardersiel genutzt wurde. 1977 wurde es außer Dienst gestellt. Teddy Rohde gehört zu den Männern, die sich die Erhaltung des Bootes auf die Fahne geschrieben haben. „Sie ist unser ganzer Stolz“, sagt er und streicht fast zärtlich über den hölzernen Rumpf.

Als er seine aktive Zeit bei den Seenotrettern beendete, hatte sich Teddy Rohde bereits in einem anderen Bereich weitergebildet, nämlich als Wattführer. Zunächst zeigte er Passagieren der „Wega II“ das Watt. Später machte er sich selbstständig, um von Fedderwardersiel aus Gästen den Nationalpark nahezubringen. In den vergangenen 14 Jahren hat Teddy Rohde mehr als 30 000 Menschen ins Watt geführt.

Und dann ist der 80-Jährige auch noch ehrenamtlich für das Museum in Fedderwardersiel tätig. Gibt es im Nationalparkhaus etwas zu erledigen, zu reparieren, zu machen und zu tun – Teddy Rohde ist als Mann für alle Fälle zur Stelle. Verantwortlich ist der Burhaver übrigens auch dafür, dass das Museum nicht absäuft. Droht eine Sturmflut, ist es Teddy Rohdes Nummer, die die Gemeindeverwaltung wählt. Dann flitzt der umtriebige Teddy los und macht die Schotten dicht. Spontane, notfalls auch nächtliche Einsätze ist er schließlich seit vielen Jahren gewohnt.

Detlef Glückselig
Butjadingen
Redaktion Nordenham
Tel:
04731 9988 2204

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