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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Das fotografische Gedächtnis der Region

22.02.2019

Burhave Günter Spandick steckt den Kopf aus der Haustür und guckt in den Regen. „Schietwetter“, sagt er, „hoffentlich ist das bald vorbei“. Wenn es vorbei ist, wird sich der 78-Jährige auf sein Fahrrad schwingen. Und natürlich wird er seine Kamera dabei haben.

Unermüdlich fängt der aus Krefeld stammende Günter Spandick die Schönheiten Butjadingens durchs Objektiv ein, veröffentlicht die Bilder im Internet und fügt sie seinem gewaltigen Fotoarchiv zu. Der Burhave ist das fotografische Gedächtnis der Region und gleichzeitig ein eifriger Werber für die Tourismusgemeinde. Dafür ist er jetzt als Kandidat für die Ehrung der Butjadinger Menschen des Jahres nominiert worden.

Geboren in Krefeld

Günter Spandick stammt aus dem Rheinland, und das hört man ihm auch heute noch ein bisschen an. Er erblickte in Krefeld das Licht der Welt, besuchte dort die Schule, absolvierte eine Ausbildung zum Elektriker bei der Rheinischen Elektro-Maschinenfabrik und ging 1959 zu Felten & Guilleaume, um auf Technischer Zeichner umzuschulen. Bei F&G war Günter Spandick zunächst in der Konstruktion tätig, später im Vertrieb.

Als F&G Abteilungen nach Nordenham verlagerte, ging Günter Spandick mit. „Nordenham war keine richtige Stadt für mich; schließlich kam ich aus einem Ballungsgebiet. Also hab ich mir gedacht: wenn schon auf’s Land, dann auch richtig.“ So landete Günter Spandick in Burhave. Bei F&G blieb er bis zum Ruhestand im Jahr 2004.

Interesse an Fotografie hatte Günter Spandick schon als junger Mann. Doch er setzte viele Jahre aus, hatte andere Dinge auf dem Zettel, die zu der Zeit wichtiger war. Erst 1986 begann die Fotografie in seinem Leben wieder eine wichtige Rolle zu spielen. Günter Spandick schaffte sich eine Kleinbildkamera an und legte los. Er hatte Glück, dass es an seinem Arbeitsplatz ein bestens eingerichtetes Fotolabor gab, das er nutzen durfte. So konnte Günter Spandick seine Kreativität nicht nur am Auslöser, sondern auch am Vergrößerer ausleben.

Den Umstieg auf die Digitalfotografie machte der Burhaver mit – zwar mit einem Bedauern, aber nur einem schwachen. „Ich hänge an meinen alten analogen Kameras mit ihrer tollen Technik und Haptik“, sagt Günter Spandick, ist dann aber ganz schnell bei der modernen Digitaltechnik angelangt. „Alles ist viel billiger und besser geworden“, lautet sein Urteil.

So verfügt der 78-Jährige zwar noch über eine große Sammlung analoger Kameras. Wenn er sich aber auf sein E-Bike setzt, was bei gutem Wetter täglich passiert, und die Gemeinde nach Motiven absucht, dann hat er immer eine seiner Digitalkameras in Gepäck.

Günter Spandick interessieren als Fotografen besonders Landschaften – und Lichtstimmungen. Von beidem hat Butjadingen jede Menge zu bieten. Und wenn er ein Motiv schon 50 Mal fotografiert hat, kann er ihm auch beim 51. Mal noch etwas Neues abgewinnen, weil das Licht wieder ganz besondere Effekte und Reize zaubert.

Menschen fotografiert Günter Spandick dann gerne, wenn er zu ihnen eine so große Vertrauensbasis aufgebaut hat, dass sie sich vor seiner Kamera nicht mehr verstellen. Das gelang ihm zum Beispiel mit vielen der Kinder von Tschernobyl, die er zusammen mit Mitstreitern aus der mittlerweile aufgelösten gleichnamigen Stadlander Initiative in der Wesermarsch willkommen hieß; zu manchen von ihnen hält Günter Spandick bis heute Kontakt.

Sechs Jahre Arbeit

Der Fotograf, der raus fährt – pro Saison radelt er rund 8000 Kilometer – und Motiven nachspürt, das ist die eine Seite des Günter Spandick. Die andere Seite sitzt vorm Computer und digitalisiert, archiviert und katalogisiert als fotografisches Gedächtnis der Region mit einer Engelsgeduld Fotos – eigene und solche aus Nachlässen oder Sammlungen. So ist es zum Beispiel dem Burhaver zu verdanken, dass die 17 000 Fotos, die der 1990 verstorbenen Fritz Frerichs in einem langen Journalistenleben geschossen hat, inzwischen komplett digitalisiert sind. Sechs Jahre hat die Arbeit daran, die Günter Spandick für den Rüstringer Heimatbund übernommen hatte, gedauert.

Günter Spandicks Archiv umfasst nicht weniger als 80 000 Fotos – ein unbezahlbarer Schatz, mit dem er fast jedes Kapitel der Vergangenheit der nördlichen Wesermarsch wieder lebendig werden lassen kann. Und das auch tut. Günter Spandick betreibt eine eigene Webseite und ist außerdem viel bei Facebook unterwegs. Gerne veröffentlicht er dort historische Bilder, mitunter aber auch einfach Fotos, die von der Schönheit seiner Wahlheimat zeugen: von der Schönheit Butjadingens.


Fotos von Günter Spandick unter   www.eidingfoto.de 
Detlef Glückselig Butjadingen / Redaktion Nordenham
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