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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Geburtshilfe jetzt mit der Rettungsschere

04.03.2019

Burhave Als kurz vor Schluss die Deichelfen von ihren Trampolins springen und in einem Sturm aus silbern-glitzerndem Konfetti eine Pyramide bilden, da stehen die Leute längst auf ihren Stühlen. Präsident Reinhard Evers muss um eine Rakete nicht lange bitte: klatschen, trampeln, pfeifen – so geht Karneval in Burhave. Und die Narren von Butjadingen Tataah lassen am Wochenende bei ihren zwei Prunksitzungen im Rathaussaal wieder einmal nichts anbrennen.

Es beginnt mit einem kleinen filmischen Porträt über den diesjährigen Tataah-Tat-ort. Die Weltstadt Feldhausen denkt über ein Dieselfahrverbot nach. Das könnte sich negativ auf die Einnahmen des leichten Mädchen auswirken, das an einer Straße auf Kunden wartet. Das Dekolleté gehört Ralf Töllner, der in diesem Aufzug für die ersten lautstarken Lacher sorgt.

So geht’s munter weiter mit mal mehr, mal weniger Lokalkolorit. Und die meisten Pointen der Kalauer, die die Redner unters Volk streuen, zünden. Gustav Harbers, seit 1974 dabei und somit ein Urgestein des Tataah-Karnevals, gibt den Feuerwehrmann, dem ein Weinbrand am liebsten ist. Seine Truppe hat ein neues Einsatzgebiet: Nachdem Helios die Geburtshilfe in Nordenham dicht gemacht hat, springt die Feuerwehr mit Rettungsschere und Wickeltisch in die Bresche.

Alle Mitwirkenden

Tataah-Tanzballett: Birte Bliefernich, Svenja Briesenick, Leonie Theys, Sharon Hünnekens, Mareike Nuss, Julia Gebauer, Nane Stoffers, Anthea Folkens, Jara Meiners, Geeke Meiners, Kim Terhaag, Corinna Evers und Meike Schiller (Leitung)

Flachlandpiraten: Jenny Lübben, Sharon Hünnekens, Ahmed Hashmi, Thomke Spiekermann, Lukas Fischer, Roman Tessmer, Andrea Kleinschmidt, Henning Onken, Corinna Evers und Simone Evers

Kellergeister: Sonja Kuck, Kirsten Terhaag, Alexandra Gerdes, Nicole Folkens, Kim Terhaag, Meike Schiller ( Leitung), Adrian Kuck, Björn Pirwas und Andre Henzel

Deichelfen: Ralf Töllner, Adrian Kuck, Andre Henzel, Oliver Bucholz, Marc Deharde, Marko Sommer, Ralf Köchel und Björn Pirwas

Power-Frauen: Dörte Helmers, Ela Philipp, Zoe Burrmann, Sonja Ommen, Tineke Memenga, Tjade Memenga, Jessica Poppe, Tiara Memenga und Tanja Memenga

Saitentriebe: Uwe Kessens und Bernd Bultmann

„Kindermund tut Wahrheit kund“: Justus Mendelsohn und Kilian Bauer

Feuerwehrmann: Gustav Harbers

Gorch Fock: Nils Hansing, Sören Schiller und Tjorven Martinsen

Mr. Tataah: Tobias Brunken

Tenöre 2.0: Elvira Balaj und Johanna Evers

Märchenerzähler: Johann Evers

Butjenter Grünwesten: Henning Hedden, Hinnerk Bartels, Harald Plümer, Klaus Gerd Best, Mareike Nuss, Miriam Briesenick, Gustav Harbers, Ralf Köchel

Bühnenhelfer: Thede Taszus, Tjorven Martinsen und Timon Clasen

Kilian Bauer und Justus Mendelsohn sitzen auf XXL-Stühlen und stellen unter dem Motto „Kindermund tut Wahrheit Kund“ fest, dass es durchaus eine Schule gibt, in der Sitzenzubleiben belohnt wird – nämlich die Hundeschule. „Auf Geld wie Heu, da hab’ ich Bock. Die Quelle ist ein Trockendock“, reimen derweil die Mitglieder des frisch gegründeten „Gorch Fock“-Fördervereins.

Als Mr. Tataah steigt Tobias Brunken in die Bütt. Eigentlich wäre das der Programmpunkt von Jan-Ole Francksen gewesen, der aber erkrankt ist. Also springt ultrakurzfristig der Ersatzmann ein. Um 20 Uhr kennt Tobias Brunken noch nicht mal seinen Text. Um 21.30 Uhr steht er auf der Bühne. Und macht seine Sache mit Bauernschläue und dem Schalk im Nacken so gut, als ob nie etwas anderes geplant gewesen wäre. „In ihrem Lebenslauf klafft eine Lücke“, sagt der Personalchef beim Bewerbungsgespräch. „Jo“, antwortet Tobias Brunken, „das war ’ne geile Zeit“.

’Ne geile Zeit hat auch das Publikum. Zum Beispiel beim Auftritt der Saitentriebe. Hinter dem Namen verbirgt sich – man ahnt es schon – ein Ableger der Ruhwarder Saitenhiebe, bestehend aus Uwe Kessens und Bernd Bultmann. „Schunkeln ist scheiße, dein Nachbar stinkt nach Schweiß“, singt ein bierernster und dabei saukomischer Bulti. Und der Saal tobt. Das Lied dürfte mancher Besucher spät nachts auf dem Heimweg noch im Ohr haben.

Die Buntjenter Grünwesten fordern eine „Sauna für die Fauna“. Märchenerzähler Johann Evers lässt zwei katholische Priester ins Grübeln kommen. „Ob wir wohl das Ende des Zölibats noch erleben werden?“, fragt der eine. „Wir wohl nicht“, antwortet der zweite, „aber vielleicht unsere Kinder“.

Während Elvira Balaj und Johanna Evers unter dem Namen Tenöre 2.0 auf Poesie setzen, zählt für den Shantychor Rodenkirchen nur Party. Die Männer mögen stimmlich nicht die Gefestigtsten sein, aber sie rocken wie die Hölle. Und das Publikum rockt mit.

Apropos Rock: Zu AC/DC marschieren unter Kapuzen finster die Kellergeister in den Saal. Doch kaum sind sie auf der Bühne angekommen, werfen sie die Kutten ab und liefern in glitzernden 70er-Klamotten eine mitreißende Abba-Show. Rakete, klar. Die gibt’s selbstverständlich auch für das Tataah-Tanzballett, für die Flachlandpiraten, die zu Peter Fox den Speck schütteln, für die Power-Frauen und die Deichelfen. Klatschen, trampeln, pfeifen – und ohne Zugabe macht keiner den Abmarsch.

Über der Bühne hängt ein elektronisches Spruchband, das das Publikum je nach Programmpunkt zum „Ausrasten“ oder „Klappe halten“ auffordert. „Ausrasten“ klappt super, beim „Klappe halten“ ist mitunter Luft nach oben. Egal. Karneval ist wie Malle – eben nur einmal im Jahr.


Mehr Bilder:   www.nwzonlinde.de/bilder 
Ein Viddeo untere   www.nwzonline.de/videos 
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Detlef Glückselig Butjadingen / Redaktion Nordenham
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