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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

„Luther war ein Workaholic“

28.08.2017

Butjadingen „Die Geschichte gibt uns in diesem Jahr gleich zwei Schwerpunktthemen vor, das Reformationsjubiläum und die Weihnachtsflut von 1717“, sagte Renate Knauel am Freitagabend zur Eröffnung der 32. Butjadinger „Gezeiten“. In der St. Petri-Kirche in Burhave stand Martin Luther im Mittelpunkt.

Die „Gezeiten“ umfassen in den kommenden fünf Wochen jede Menge Kultur von Vorträgen über Lesungen bis hin zu Musik. Ein Höhepunkt wird die Vernissage „Münstermann neu gesehen“ am 10. September in der St. Lamberti-Kirche in Eckwarden sein.

An dem Sonntag werden die Besucher die seltene Gelegenheit haben, die Münstermann-Teufelsskulptur zu bestaunen, die früher den Altar in der Tossenser Kirche schmückte. Sie ist im Archiv des Landesmuseum in Oldenburg verwahrt. Dem „Gezeiten“-Team ist es nun gelungen, die Skulptur für die Ausstellungseröffnung nach Butjadingen zu holen – worauf Renate Knauel mächtig stolz ist. „Eine solche Kostbarkeit gibt man ja nicht so schnell aus der Hand“, meinte die Vorsitzende.

Bei der „Gezeiten“-Eröffnung am Freitagabend in Burhave lobten Bürgermeisterin Ina Korter und der stellvertretende Landrat Dieter Kohlmann das große Engagement des „Gezeiten“-Arbeitskreises, ehe Klaus Braje Martin Luther (1483-1546) als Mensch beleuchtete. Sein Vortrag umfasste fünf Lebensabschnitte des Reformators, thematisierte Martin Luther als Kind und jungen Mann, als Angstgeplagten, als Frommen und Mutigen, als Ehemann und Vater sowie als Kranken und Sterbenden. Klaus Braje verdeutlichte, dass der in Eisleben geborene Bauernsohn, der zunächst Jura studiert hatte, gegen den Willen seiner Eltern in das Kloster der Augustiner-Eremiten eintrat und erst spät sein Theologiestudium aufnahm.

Der abtrünnige Mönch, aufrüttelnde Reformator und volksnahe Prediger habe – wie jeder Mensch – seine Schwächen, Eigenarten und Unzulänglichkeiten gehabt, berichtete Klaus Braje. Er habe viel und oft an sich, seiner Frömmigkeit und der Kirchenpolitik gezweifelt, habe geflucht und allgemein eine derbe Sprache gehabt.

Luther – gutem Essens nie abgeneigt und die Ratschläge von Ärzten, die ihm Diäten empfahlen, in den Wind schlagend – sei ein Mann der Extreme gewesen. Er scheute niemals die Auseinandersetzung mit den Kirchenoberhäuptern, war zugleich ein liebevoller Ehemann und Vater, der indes auch zornig werden konnte. Seine berühmten Thesen schrieb er aus Groll über die Ablassbriefe, mit denen sich sündige Gläubige vom Fegefeuer freikaufen konnten. Aus heutiger Sicht wäre der promovierte Theologe wahrscheinlich als Workaholic eingestuft worden, weil er bis an seine Grenzen arbeitete, meinte Klaus Braje.

Eingearbeitet in Klaus Brajes Vortrag waren fünf von Luther verfasste Kirchenlieder, die Sören Suhr an der Orgel verjazzte. Hervorragend trafen die Interpretationen die jeweiligen Stimmungen, die zu den einzelnen Lebensabschnitten des Reformators passten. „Es macht wirklich riesigen Spaß, hier in der Kirche zu spielen“, meinte Sören Suhr. Die Orgel, an der er saß, wurde vor genau 50 Jahren in die St. Petri-Kirche eingebaut. Dieses Jubiläum wurde am Sonntagabend mit einem Gottesdienst gefeiert, bei dem der Blexer Kantor Johannes Kirchberg festliche Werke spielte und die Burhaverin Christine Dubrowsky eine Arie sang.

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