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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Butjadingen als perfekte „Tatort“-Kulisse

12.11.2016

Ex-Nordenhamerin Seit 2012 AUF DER „Langstrecke“ UNTERWEGS

Natascha Manski ist 1973 in Nordenham geboren, hat 1995 ihr Abitur am Nordenhamer Gymnasium gemacht. Seit mehreren Jahren lebt sie in Hannover. Und in der Freizeit, die ihr der Beruf als Pressesprecherin der Ideen-Expo lässt, schreibt sie. „Dafür nutze ich die Wochenenden und die freien Tage“, sagt die 43-Jährige. Nachdem Natascha Manski zwei Bände mit Kurzgeschichten veröffentlicht hatte, wagte sie sich mit dem Roman „Fanggründe“, der 2012 erschienen ist, erstmals auf die „Langstrecke“. 2015 ist ihr Roman „Seebestattung“ erschienen. Beide Geschichten spielen größtenteils in Butjadingen.

Frage: Hallo Frau Manski. Wissen Sie schon, was sie am Sonntag um 20.15 Uhr vorhaben?
Natascha Manski: Ganz klar: Den Fernseher anschalten und „Tatort“ gucken. So ein Jubiläum ist ja schon etwas Besonderes.
Frage: Sind Sie denn regelmäßiger „Tatort“-Gucker.
Natascha Manski: Das kann man schon sagen. Ich glaube, viele Krimi-Autoren schauen sich das aus fachlicher Perspektive an. Da fragt man sich: Sind die Charaktere glaubhaft? Ist die Story gut erzählt? Kommt das mit der Mordwaffe so hin? Anschließend tauscht man sich mit anderen Krimi-Kollegen aus dem Syndikat – das ist eine Gruppe für Krimiautoren – über Facebook aus. Da wird dann fleißig diskutiert, und es werden Noten verteilt. Da diskutiere ich auch gerne mit. Allerdings finde ich es nicht so cool, einen Krimi komplett zu verreißen. Wenn ich einen „Tatort“ total blöd fand, dann halte ich mich lieber zurück.
Frage: Ist „Tatort“-Gucken so eine Art Pflichtprogramm für Krimi-Autoren?
Natascha manski: Eigentlich schon. Und es ist einfach ein schönes Gefühl, zu wissen, dass viele andere Leute gleichzeitig vor dem Fernseher sitzen und sich ebenfalls überlegen: Wer ist denn nun der Mörder? Meistens ist es ja nicht der, von dem man es im ersten Moment denkt.
Frage: Kann man sich als Krimi-Autor beim „Tatort“ auch mal was abgucken?
Natascha manski: Eher nicht. Bei 1000 „Tatort“-Folgen ist ja jede Geschichte schon mal irgendwie erzählt worden. Für mich ist das Unterhaltung – und auch ein bisschen sportliche Herausforderung: Kann man erraten, wer der Mörder ist oder nicht? Anregungen für künftige Geschichten kann ich da eher nicht rausziehen.
Frage: Wann gibt es denn das erste „Tatort“-Drehbuch von Natascha Manski?
Natascha manski: (lacht) Wenn es nach mir ginge, dann sehr bald! Aber mal im Ernst: Ich stelle es mir sehr viel schwieriger vor, Drehbücher zu schreiben als Romane. Da liegt der Schwerpunkt viel stärker auf den Dialogen. Man muss auch mehr in Bildern denken und darf das Film-Budget nicht aus den Augen verlieren. Ich glaube zwar, dass man das lernen kann. Aber das geht sicher nicht von heute auf morgen.
Frage: Die Ermittlerin in Ihren Romanen heißt Tomma Petersen, ist Tochter eines japanischen Vaters und ermittelt in Butjadingen. Glauben Sie, dass Tomma auch als „Tatort-Kommissarin“ eine gute Figur machen würde?
Natascha Manski: Ich kann mir das sehr gut vorstellen. Ich finde, dass die Wesermarsch viele tolle Schauplätze zu bieten hat. Damit könnte man locker eine Serie füllen.
Frage: Mit welcher Schauspielerin würden Sie die Rolle von Tomma Petersen besetzen?
Natascha Manski: Da kommt für mich am ehesten Minh-Khai Phan-Thi infrage, die ich als Schauspielerin sehr schätze. Und als Tochter vietnamesischer Einwanderer passt sie natürlich gut in die Rolle.
Frage: Blicken Sie bitte mal zurück. Welcher „Tatort“ ist Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?
Natascha Manski: Mir haben die Folgen mit Cenk Batu, der in Hamburg als verdeckter Ermittler für das LKA unterwegs war, am besten gefallen. Und die Folge, in der er gestorben ist, ist mir natürlich besonders in Erinnerung geblieben. Leider gab es nur sechs Folgen.
Frage: Damit hat sich die Frage nach dem Lieblingsermittler wohl erledigt.
Natascha manski: Das stimmt. Aber ich gucke noch ganz gerne Thiel und Boerne aus Münster und auch Charlotte Lindholm aus Hannover, wenn auch hauptsächlich wegen der Schauplätze, da ich ja dort lebe. Baldauf und Schenk gucke ich ebenfalls gerne. Ach ja, und Falke in Hamburg. Aber das hängt nicht unbedingt mit den Storys zusammen. Ich bin quasi bekennender Fan des Schauspielers Wotan Wilke Möhring.
Frage: Gibt es auch „Tatort“-Ermittler, bei denen Sie abschalten?
Natascha Manski: Wenn Lürsen und Stedefreund in Bremen oder Odenthal und Kopper in Ludwigshafen ermitteln, schnapp ich mir manchmal lieber ein gutes Buch.
Frage: Was macht die Krimi-Reihe aus Ihrer Sicht so erfolgreich?
Natascha Manski: Ich glaube, Serien sind deshalb so beliebt, weil man die Figuren gut kennenlernt. Dazu kommt, dass man weiß, dass zeitgleich viele andere Leute vor dem Fernseher sitzen und überlegen, wer der Mörder ist. Parallel tauschen sich inzwischen viele Zuschauer über Twitter aus, was manchmal auch ganz lustig ist. Und außerdem ist der Vorspann mit der Titelmelodie doch Kult, oder?

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