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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Chilloé: Einzigartig und damit richtig gut

18.05.2015
NWZonline.de NWZonline 2015-07-20T21:55:18Z 280 158

Central-Theater:
Chilloé: Einzigartig und damit richtig gut

Brake „Wahnsinn!“ „Überraschend!“ „Unfassbar!“ – Jonni Debus, Nicolas Gille und Tobias Langhein sind nach ihrem Auftritt im Central-Theater völlig hin und weg. Die drei Musiker, die zusammen das Trio Chilloé bilden, haben gerade ihren ersten Auftritt im Braker Kulturzentrum, Mitteldeichstraße 31, vor gut 50 Zuschauern erfolgreich absolviert. Ein „ganz normaler“ Auftritt war es allerdings nicht: Einen Tag vor Veröffentlichung präsentierte die Formation ihre erste EP „Momento“ und das Video zu ihrem Lied „CorazON_OFF“ in der Heimatstadt von Jonni Debus.

Es ist am Sonnabend gerade der zweite Auftritt für Chilloé in Brake. Einmal konnte man die drei Musiker, die aktuell in Flensburg und Hamburg studieren und arbeiten, auf dem Schneeflöckchenmarkt im vergangenen Jahr hören. Jetzt ist die erste EP, ein Mittelding zwischen Single und Album, endlich fertig. Über ein Jahr haben die Arbeiten am Album gedauert. Herausgekommen sind sechs Lieder, die alle die eigene Handschrift von Chilloé tragen: Spanische und deutsche Texte, Gesang und Rap und dazu Gitarre. So einfach die Zutaten des Chilloé-Stils sind, so abwechslungsreich ist die Musik. Vom schnellen „Danza de Pirates“ (Tanz der Piraten) mit dem Gefühl von Sommer und Freiheit hin zum nachdenklichen „La Mujer Después“ (Die Frau danach): Chilloé haben für jede Stimmung das passende Lied. Bei „Danza de Pirates“ und „CorazON_OFF“ wurden die Jungs von Julia Moorth beim Gesang unterstützt.

Während des Konzerts präsentierte das Trio natürlich mehr Lieder als auf der EP vertreten sind. Gut 90 Minuten Programm inklusive zweier Zugaben hatten Chilloé für das aus der ganzen Region angereiste Publikum im Gepäck. Die Aufregung, die dem Trio zu Beginn noch anzumerken war, nahm mit jeder Liedzeile ab und die Begeisterung des Publikums zu.

Die Lieder, die nicht so recht in eine Schublade passen mögen, stammen aus der Feder von Jonni Debus und Nicolas Gille. Gille zeigt sich zusammen mit Tobias Langhein auch für die Komposition der Melodien verantwortlich. Bedenkt man, aus welchen Stilrichtungen die drei Musiker kommen, ist es wenig verwunderlich, dass keine Schublade so recht passen mag. Während Jonni Debus den Rapper Samy Deluxe als großen Einfluss anführt, geht es bei Langhein härter zu: „Metallica ist definitiv ein Einfluss.“ Nimmt man Nicolas Gilles Ursprünge im Blues und Rock hinzu, müsste eigentlich etwas sehr merkwürdiges herauskommen. Statt „Rap-Blues-Metal“ machen Chilloé aber zum Glück ihre eigene Sparte auf.

Neben den vornehmlich auf spanisch gesungenen und gerappten Liedern haben Chilloé auch rein deutschsprachige Lieder im Programm. „Mein Raumschiff“ mit den Glühwürmchen als Raketenantrieb und dem Helm aus Haselnuss ist da nur ein Beispiel. Auch für seine Heimatstadt hat Jonni Debus extra ein Lied geschrieben. „Heimatkaff“ ist ein Lied, dessen Text wenig optimistisch stimmt. „Die Zukunft ist hier weggefahren“, heißt es in dem Lied über die Stadt, deren „Name auf den Autokennzeichen, sich selber ausbremsen meinen könnte“. Wie es war, dieses Lied in Brake zu spielen? „Gut, denn wir haben gesehen, dass es hier doch noch Hoffnung gibt und sich was tut“, so Debus.