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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Comedian Florian Hacke In Lemwerder: Wenn Papa auf’m Spielplatz ist...

08.07.2020
Frage: Florian, du kommst mit deinem Comedy-Programm nach Lemwerder. Hast du dir das bereits in deiner Kindheit in unserer Landeshauptstadt Hannover so erträumt?

Florian Hacke: Ich wollte schon immer aus Hannover raus, ich wollte schon immer Schauspieler werden und ich mag Gärten. Insofern: Ja!

Frage: Was können die Zuschauer von dir und deinem Programm erwarten?

Hacke: Kabarett und Comedy sind ja offene Genres, insofern kann ich machen, was ich will. Meine Theatererfahrung ist von Vorteil, klar. Im Vordergrund steht immer die Geschichte, die ich erzählen will. Bei den Mitteln bediene ich mich querbeet. Musikalisch habe ich mit Andi Otto aus Hamburg zusammen am Sound gearbeitet, der ist toll.

Frage: Dein Programm heißt „Hasenkind, du stinkst!“ Worum geht es darin?

Hacke: Ursprünglich habe ich zwei Jahre Elternzeit in 90 Minuten erzählt, das hat sich inhaltlich weiterentwickelt zu einer gesellschaftlichen Gesamtbetrachtung vom Elternsein heute. Aber auch Großeltern oder Nicht-Eltern kommen voll auf ihre Kosten.

Frage: Du behandelst auch das Thema Alltagssexismus. Wie begegnet dir diese Form der Diskriminierung, obwohl du doch der oft erwähnte „mittelalte weiße Mann“ bist?

Hacke: Als Mann bist du im Babykontext einmal klar in der Minderheit. Beispiel: An einem Mittwochvormittag saß ich auf dem Spielplatz und beobachtete mein spielendes Kind. Die anderen Mütter waren sehr argwöhnisch und es stellte sich heraus, dass sie dachten, ich würde gleich ein Kind entführen. Das fanden sie einfach vorstellbarer als einen Mann, der da wochentags auf sein Kind aufpasst. Diese Diskrepanz in der Wahrnehmung ist aber selbstgewählt, das entscheiden die Eltern letztendlich gemeinsam. Wenn Väter mehr Platz bekommen sollen, müssen Mütter den auch machen, und wenn Mütter den machen, müssen Väter den auch wollen. Und das ist die Keimzelle vom Gender Care Gap, Pay Gap und Pension Gap. Wenn wir das verändern wollen, müssen wir am Anfang anfangen.

Frage: Nutzt du weiterhin deine Abenteuer als Vater in Elternzeit, um neue Programme zu schreiben? Muss sich jeder, der dir begegnet, in Acht nehmen, wenn du ein Kind dabei hast?

Hacke: Klar, wenn die Sinne erstmal geschärft sind, entgeht einem nichts mehr. Mein

Programm befindet sich in ständigem Wandel, und jeder neue Spielplatz-Knaller wird sofort eingeflochten. In Acht nehmen muss sich niemand, mit Fragen rechnen müssen alle. Auch „mittelalte weiße Männer“, die das vielleicht nur noch nicht so gewohnt sind.

Frage: Welchen Tipp gibst du werdenden Vätern mit auf den Weg?

Hacke: Ich habe in der Vorbereitung auf meine Elternzeit ein Porträt über eine Frau gelesen, die im Hospiz arbeitet. Sie erzählt darin vom immer gleichen Satz, den so gut wie alle Männer kurz vor dem Tod auf dem Sterbebett sagen: „Ich

wünschte, ich hätte weniger gearbeitet und mehr Zeit mit Freunden und Familie verbracht.“ Das finde ich unglaublich traurig. Also: Nehmen wir uns weniger wichtig und mehr Zeit!

Frage: Warsteiner, Opel und Ikea: Die Leute kennen dich aus der Fernsehwerbung. Für welches Produkt würdest du am liebsten noch mal vor der Kamera stehen?

Hacke: Da haben die Leute aber sehr genau hingeguckt, wenn sie mich da erkannt haben. Ich würde sofort werben für die Istanbuler Konvention und für gute Sonnencreme. Das würde aber jeder rothaarige Mann. Gerade habe ich eine Folge der Pro 7-Serie „Frau Jordan stellt gleich“ abgedreht. Das ist jetzt keine Werbung, aber dafür toller.

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