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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Nwz-Serie: Dahin geht die Reise für Flaschen und Co

24.07.2017

Brake Lang ist mein Weg, und er beginnt in einem schwarzen Loch. Dem Loch des Pfandautomaten im Famila-Getränkemarkt Brake. Begonnen hat mein „aktives“ Flaschenleben auch hier. Denn hier wurde ich letzte Woche noch voll gekauft. Und dann ruckzuck leer getrunken. In dem Haus der Familie gefiel es mir eigentlich ganz gut, aber da ich eine Mehrweg-Flasche bin, trete ich nun den Weg zurück ins „System“ an.

Zum Glück ist der Weg nicht beschwerlich, den ich zurücklegen muss. Am Eingang des schwarzen Loch werde ich gescannt und gewogen – so erkennt das Gerät, ob ich wirklich eine Mehrwegflasche bin. Die Kollegen aus der Einwegabteilung werden hier direkt aussortiert. „Einwegflaschen werden geschreddert und fallen in den großen Behälter“, sagt Karsten Bischoff – er ist der Marktleiter des Famila Brake. „Vier volle Boxen am Tag sind Minimum. An guten Tagen gibt es auch mal sieben oder acht volle Behälter. Der Rekord liegt bei 27 Boxen an drei Tagen“, weiß Ralf Wehmeyer, der im Getränkemarkt arbeitet und sich um mich und meine Kollegen „kümmert“. Die vollen Behälter werden an das Zentrallager nach Leer geschickt, wo das Plastik zu neuen PET-Flaschen gemacht wird oder als Material weiter verkauft wird.

Wo der Weg der Einwegflaschen endet, geht mein Weg erst so richtig los. Nachdem ich im Liegen eingelegt wurde, werde ich von der Maschine wieder aufgestellt und über rund 30 Meter in das Getränkelager transportiert. Unter mir läuft das Band mit den Mehrwegkisten lang. Das Band bringt mich aber nicht in einem Schwung nach hinten. Es läuft erst dann ein paar Meter weiter, wenn der nächste Kunde vorne Flaschen einwirft.

Am Ende des Bands angekommen werde ich dann vom eben erwähnten Mitarbeiter Ralf Wehmeyer empfangen, denn ein Mitarbeiter ist während des ganzen Tages für den Pfandautomaten zuständig. Mit Handschuhen steht Ralf Wehmeyer hinten im Lager und sortiert die großen Kisten auf Europaletten und steckt auch uns einzelne Flaschen wieder zu den Artgenossen. Flaschen ohne passende Artgenossen oder beispielsweise Mehrweg-Joghurtgläser werden der Größe nach sortiert. „Das Band ist zwar lang genug, manchmal kommt man alleine aber nicht gegen die Flaschen an“, gibt Wehmeyer zu. Und so wird am Wochenende auch mal zu zweit sortiert. „An guten Tagen bekommen wir so 20 Euro-Paletten voll.

Darauf passen etwa 40 Kisten“, sagt der Mitarbeiter. Und was war das seltsamste, das mal den Weg in das große Getränkelager gefunden hat? „Viele komische Sachen nimmt der Automat dank des Scannens gar nicht. Aber auf einer Kiste war mal ein Kuhfladen. Das hat ziemlich gestunken.“

Wie gut, dass ich meinen Weg ohne Kuhfladen zurück in eine Kiste gefunden habe. Demnächst werde ich vom Getränkelieferanten abgeholt und wieder befüllt. Bis ich dann erneut verkauft und leer getrunken werde. Und der Rückweg für mich dann wieder mit dem Sommer-Loch der NWZ beginnt.

Mareike Wübben Cloppenburg / Redaktion Münsterland
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