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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

„Das tut mir in der Seele weh“

23.10.2010

BRAKE Hammelwarden ohne seinen Wasserturm? Für Hans Wiechmann, Autor der Hammelwarder Chronik, ist das kaum vorstellbar. Der Wasserturm habe sich als Wahrzeichen des Ortsteils etabliert. „Meine Mutter hat im Haus gegenüber gewohnt und den Bau des Turms miterlebt“, berichtet Hans Wiechmann, „sie hat immer so viel davon erzählt“.

Doch so sehr der über 80 Jahre alte Wasserturm, der sich im Eigentum des Architekten Martin Wenderoth aus Herdecke in Nordrhein-Westfalen befindet, den Hammelwardern auch ans Herz gewachsen ist, bald könnte seine letzte Stunde geschlagen haben. Mauerstücke und Teile von Glasbausteinen, die vor allem bei Sturm von der Fassade abfallen und dann in den Garten der Anwohner stürzen, bergen Lebensgefahr. Deshalb will sich die Stadt Brake nun für einen Abriss der denkmalgeschützten Turms einsetzen (die NWZ  berichtete).

Alternativen suchen

Hans Wiechmann gehört zu den vielen Hammelwardern, die das sehr bedauern würden. Einerseits hat er Verständnis für die Sorgen der Anlieger. Andererseits ist er der Meinung, dass der Turm nur auf Grund von Versäumnissen seinen jetzigen Zustand erreicht hat. „Als Architekt hätte der Eigentümer wissen müssen, was er sich da an den Hals holt“, sagt Hans Wiechmann. Und die Stadt, so der Hammelwarder, habe in dieser Angelegenheit nicht genügend Nachdruck an den Tag gelegt. „Bei einer laufenden Bauunterhaltung wäre es gar nicht erst so weit gekommen“, glaubt Wiechmann.

„Den Wasserturm abzureißen, ist die schlechteste aller Möglichkeiten“, ist die Meinung von Heiko Schütte, Vorsitzender des Bürger- und Heimatvereins Kirchhammelwarden. Es müssten alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden, das Gebäude zu erhalten. Allerdings fragt sich Schütte, wer das bezahlen soll. Zudem ist er genau so zwiegespalten wie auch Hans Wiechmann. „Die Gefahr, die von dem Gebäude ausgeht, ist nicht abzustreiten“, sagt Schütte, „und ich möchte nicht miterleben müssen, dass dort ein Kind von einem Stein erschlagen wird“. Die Stadt sollte erneut versuchen, Fördermittel für eine Sanierung des Turms zu akquirieren, ehe sie das Wahrzeichen abreißt, so Schütte.

„Entsetzt“ über Pläne

„Sehr bedauerlich“ würde es Paul Leske, Vorsitzender der Siedlergemeinschaft, finden, wenn der Turm dran glauben müsste. Aber: „Sicherheitsfragen haben Vorrang“, lautet seine Meinung. Der Idealfall wäre es, wenn eine neue Nutzung für das Gebäude gefunden würde, so Leske. Doch wenn das nicht gelingt, müsse der Turm weg.

„Entsetzt“ über die Pläne der Stadt ist Holger Wiechmann, Brakes in Hammelwarden wohnender Vize-Bürgermeister und SPD-Ratsherr. Auch für ihn, der, wie er sagt, seit 50 Jahren jeden Tag auf den Wasserturm gucke, stehe die Sicherheit an erster Stelle. Doch das könne nicht einen Abriss der Turms bedeuten. Vielmehr müsse der Eigentümer in die Pflicht genommen werden. Und das, so Wiechmann, sei Aufgabe der Stadt.

Vorwürfe macht der stellvertretende Bürgermeister auch dem Oldenburgisch Ostfriesischen Wasserverband, der sich seinerzeit mit dem Verkauf des Turms „aus der Verantwortung gestohlen habe“. Nach Meinung Wiechmanns müsste der OOWV das Gebäude nun zurück erwerben, sanieren und einer sinnvollen Nutzung zuführen.

Detlef Glückselig
Butjadingen
Redaktion Nordenham
Tel:
04731 9988 2204

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