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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

„Das wird ein kleines Familientreffen“

16.05.2015

Seefeld /Oldenburg Pastor Walter Janßen blickt ruhig, ernst und gelassen von der Wand, er schaut den Betrachter nicht an. Einige Schritte weiter hängen kleinere Porträts von Winfriede und Reiner Böning, Hilde und Eugen Böning sowie Christel und Diether Steinke. Wer ins Stadtmuseum Oldenburg kommt, kann viele Bekannte wiedersehen.

Geeske Janßen hat sie fotografiert, aus unterschiedlichen Motiven. Jetzt sind sie beisammen als Teil einer Schau des bisherigen Werks der 28-Jährigen Tochter von Meike und Walter Janßen. Am Montag, 18. Mai, wird die Ausstellung eröffnet, und Geeske Janßen hofft, dass alle Porträtierten auch selbst dabei sind. „Das wird ein kleines Familientreffen“, freut sie sich.

Geeske Janßen studiert Medienkunst an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. „Medienkunst – das ist so ein schwammiger Begriff“, findet sie und bedauert, dass viele nicht wissen, was damit gemeint ist. Jetzt können sie es erfahren. Nicht nur ihre Eltern werden dabei sein, auch ihre Brüder Sönke (31) und Joost (26), die sich übrigens auf keinem Bild wiederfinden. Joost hilft ihr beim Aufbau der Ausstellung.

Collage aus 350 Fotos

Die großformatige Collage aus 350 Fotos ist nicht als Familienbild zu erkennen. Sie zeigt Mutter und Tochter nackt in Embryonalhaltung, was aber wegen der Collagen-Struktur nicht zum Voyeurismus einlädt. Das Werk wirft die Frage auf, was an einem Menschen eigenständig ist und was er von seinen Vorfahren übernimmt. Diese Frage kann Geeske Janßen nicht beantworten, aber es ist eine wichtige Frage für sie.

Denn wie ihre Mutter hat sie zunächst Germanistik studiert und ist dann in Richtung Theater und Kunst gegangen. Dabei wollte sie, wie andere Jugendliche auch, keinesfalls den Pfaden ihrer Mutter folgen. „Ich finde es immer gut, etwas mehr Abstand zu den Eltern zu haben“, sagt sie. „Ich sagte: Die Kunst ist mir nichts, das macht schon Mama.“

Als sie zehn Jahre alt war, begann sie das Theaterspielen für sich zu entdecken und trat beim Jugendkulturverein Oldenburg auf. Nach der Schule studierte sie in Braunschweig Darstellendes Spiel/Kunst in Aktion. Unter anderem schuf sie die Theaterproduktion „Amor, Karl-Heinz und ich“, in der zwei 85-jährige Frauen über die Liebe in ihrem Leben sprechen.

Die goldene Regel

In einem weiteren Projekt fragte sie Menschen, welchen Körperteil sie am erotischsten finden. Die Fotografie inszenierte sie anschließend wie eine Landschaftsaufnahme.

Die Ehepaare Winfriede und Reiner Böning und Hilde und Eugen Böning aus Seefeld sowie Christel und Diether Steinke aus Nordenham fotografierte sie in ihrem Projekt „Goldene Regel“, in dem es um die Frage ging, warum bestimmte Paare so lange miteinander glücklich sind. Die Erklärungen der Paare sind im Stadtmuseum handschriftlich nachzulesen. So schreibt Diether Steinke: „Dass ich meine Christel gefunden habe, war für mich ein Wunder, aber auch eine Notwendigkeit.“

Weil Geeske mehr über Performances lernen wollte, wechselte sie nach Leipzig. Sowohl an der Hochschule als auch in der Stadt fühlt sie sich sehr wohl. Zweimal stellte sie in der Seefelder Mühle aus.

Diese Werksschau ist ihre erste Einzelausstellung, sie bedeutet ihr sehr viel. Zunächst sieht sie darin eine Bestätigung ihrer bisherigen Arbeit. Außerdem ist sie mit dem Förderpreis Fotografie der Kulturstiftung der Öffentlichen Versicherungen Oldenburg verbunden – immerhin 8000 Euro, die sie in weitere Kunstprojekte investieren will. Und schließlich lernt sie viel über Konzeption und Aufbau von Ausstellungen.

Denn egal ob die Mutter sie geprägt hat oder ob es ganz aus ihr allein kommt: Nach dem Ende ihres Studiums will Geeske Janßen als freischaffende Künstlerin leben.


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Henning Bielefeld Stadland und stv. Leitung Redaktion Nordenham / Redaktion Nordenham
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