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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Datteln und Sesam statt Zimt und Anis

21.12.2016

Nordenham Die syrischen Kekse sind mit Sesam bestreut und haben eine Dattel im Innern. Und sie sind längst nicht so süß, wie man befürchten könnte. Auf jeden Fall sind sie lecker. Und wie. Wer den typischen Weihnachtsgebäckzutaten wie Zimt und Anis ein wenig überdrüssig ist, hat eine gute Alternative, wenn er den Weihnachtsbäckerinnen des Refugiums über die Schultern schaut. So wie Claudia Barghorn. Sie leitet einen Deutschkursus für Flüchtlinge. An diesem Dienstag lernt sie selbst etwas, und zwar wie Flüchtlinge in ihren Herkunftsländern backen.

Interkulturelle Backtage

Das Refugium Wesermarsch hat die „Interkulturellen Backtage“ ausgerufen. Seit Montag wird gewogen, geknetet und gerührt. Zwölf Frauen, übewiegend aus Flüchtlingsfamilien, haben Rezepte aus ihren Heimatländern mitgebracht. Sie kommen aus Syrien, Afghanistan, Irak, von der Elfenbeinküste, aus Tschetschenien, Albanien, der Türkei und Griechenland. „Bunt isst lecker“ – das Motto der Aktion, die mit Fördermitteln des Landkreises finanziert wird, hat sich die Refugiumsmitarbeiterin Zeliha Aykanat ausgedacht. Und eine erste Kostprobe des Berichterstatters beweist, dass sie Recht hat.

Natürlich geht es um viel mehr als um Gaumenfreuden. „Wir wollen den Frauen die deutschen Weihnachtstraditionen näherbringen“, sagt Zeliha Aykanat. „Viele von ihnen kennen zwar einen Weihnachtsbaum“, sagt sie. Aber das sei oftmals das Einzige, was sie mit Weihnachten in Verbindung bringen.

Zeliha Aykanat weiß, dass in der Vorweihnachtszeit vieles anders ist. „Es herrscht eine besondere Stimmung, es finden Weihnachtsfeiern statt. In Schulen und Kindergärten gibt es Aufführungen zu Weihnachten – und es wird gebacken. Vielen Flüchtlingen, die aus muslimischen Ländern kommen, sind solche Traditionen fremd. Hier will das Refugium Abhilfe schaffen.

Auf dem Wochenmarkt

Die Kekse werden jetzt noch in kleine Tütchen verpackt. Am kommenden Freitag sind die Frauen ab 9 Uhr auf dem Nordenhamer Wochenmarkt, um dort die Kekse zu verteilen. Ziel ist es auch, mit Nordenhamern ins Gespräch zu kommen. Dafür stehen Dolmetscher zur Verfügung.

Der Austausch zwischen den Flüchtlingen und den Einheimischen ist Zeliha Aykanat wichtig. Deshalb will sie am Freitag auch Flyer mit dem Veranstaltungsangebot des Refugiums auf dem Wochenmarkt verteilen. In der Hoffnung, dass künftig noch mehr Deutsche daran teilnehmen. Es ihr geht darum, den Austausch zwischen den Deutschen und den Flüchtlingen zu fördern. Dadurch bekommen die Flüchtlinge mehr Sprachpraxis und können sich besser integrieren. Zeliha Aykanat ist davon überzeugt, dass die kulturelle Vielfalt, die durch den Zuzug von Flüchtligen entsteht, auch viele Chancen bietet.

Carola Fest und Claudia Barghorn, die ehrenamtlich Deutschkurse für Migranten geben, setzen sich dafür ein, dass den Flüchtlingen die Integration leichter fällt. In der Weihnachtsbäckerei des Refugiums versuchen sie – so gut es geht –, im Sprachgewirr die Übersicht zu behalten. Eine Herausforderung war zudem, all die exotischen Gewürze zu besorgen, die benötigt werden. Aber das Werk ist jetzt vollbracht. Wer am kommenden Freitag auf dem Wochenmarkt unterwegs ist, kann sich davon überzeugen.

Jens Milde Nordenham / Redaktion Nordenham
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