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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Kultur: Delegation aus Frankreich besucht Ausstellung

18.11.2014

Nordenham „Die Kugeln fliegen, die Soldaten liegen. Die Fahne schwankte, die Sonne brannte“, haben Torin Larisch und Tjark Minßen gedichtet. „Viele Menschen. Nein Soldaten rennen und schießen und fallen“, schrieb Samantha Meyer nieder. „Wir sind auf der Flucht, vor dem Krieg, vor dem Tod, vor dem Grauen, vor allem“, formulierte Ines Weiß. Es waren tiefgründige Gedanken und bewegende Worte, die die Zehntklässler der Oberschule (OBS) I Nordenham anlässlich der Ausstellung „100 Jahre Erster Weltkrieg“ in den Räumen der Stadtbücherei zur Schau stellen.

Jugend ansprechen

An einer Stellwand wurde eine historische Analyse über die Auswirkungen dieses Krieges auf die Gegenwart präsentiert, erarbeitet vom Leistungskurs Geschichte des Gymnasiums. Eine clevere Idee: Die Pappkästchen, auf die die Texte aufgeklebt sind, können geöffnet und Kopien dieser Texte mit nach Hause genommen werden. „Es wird deutlich: In Deutschland ist es heute unvorstellbar, dass man sich gegenseitig erschießt. In anderen Teilen der Welt aber ist dies Alltag“, sagte Stefan Tönjes.

Zusammen mit der OBS-I-Kollegin Anja Dirks organisiert der Gymnasiallehrer Jahr für Jahr die Sammlungen für die Kriegsgräberfürsorge. Sie beschlossen diesmal, zum 100-jährigen Gedenken an den Ausbruch des Ersten Weltkrieges etwas ganz Besonderes zu initiieren. Das Ergebnis ist diese Ausstellung. Organisiert wurde sie von einem Arbeitskreis, dem sich gern auch die deutsch-französischen Freundeskreise St. Étienne aus Nordenham und Petit Caux aus Stadland anschlossen. Den Einfall, hierzu gezielt junge Menschen anzusprechen und mit einzubeziehen, hatte Büchereileiter Jochen Dudeck – und er war es auch, der Raum für die Ausstellung in der Stadtbibliothek schaffte.

Blick zurück bis 1792

Die Sammlung selbst ist Teil einer kritischen und selbstkritischen Schau „Guerres et paix“ (Krieg und Frieden), die die Geschichtswerkstatt „Atelier Histoire et Patrimoine“ für die Partnerstadt Saint-Étienne-du-Rouvray mit dem Ziel zusammengestellt hatte, die Gemeinden und Städte dort näher zusammenzubringen.

Mit Blick zurück bis ins Jahr 1792 ging sie dabei den Fragen nach, wie Kriege entstehen, wie Frieden errungen wird – und was ihn wieder gefährdet. 14 der hier insgesamt 42 erarbeiteten Tafeln wurden für Nordenham ausgewählt. „Wir können daraus lernen“, sagte Christian Köppen, Übersetzer und aktives Mitglied beider Freundeskreise, in seiner Eröffnungsrede. „Denn der Erste Weltkrieg hat für uns eine größere Bedeutung als wir denken. Er gilt als die Katastrophe des 20. Jahrhunderts.“

„Es ist unmöglich, einen Krieg zu verstehen, ohne die anderen zu verstehen“, ergänzte Pierre Ménard, Mitglied im französischen Pendant des Freundeskreises St. Étienne und Mitarbeiter in der „Geschichtswerkstatt“.

Er selbst ist Betroffener des Zweiten Weltkrieges und will in diesen Tagen die Gelegenheit seines Deutschlandbesuches nutzen, um in der Nähe Westrhauderfehns im Zuge seiner Ahnenforschung nach Spuren seines Vaters zu suchen.

Bis 5. Dezember zu sehen

Ménard ist wie auch Janine Lebret und Yvon Rémy Teil einer französischen Delegation, die anlässlich der Ausstellungseröffnung und des Volkstrauertages gekommen ist. Ihrem Besuch vorausgegangen war von Sonntag bis Mittwoch vergangener Woche eine Frankreich-Visite des St.-Étienne-Freundeskreisvorsitzenden Jan Ede in Begleitung von Carina Schaffarzyk, Edith Zurhold und Christian Köppen zum Gedenken an den Tag des Waffenstillstandes – 11. November 1918 –, der auch ein französischer Nationalfeiertag ist.

Die Ausstellung „100 Jahre Erster Weltkrieg“ ist noch bis 5. Dezember in der Stadtbücherei zu sehen.

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